Geburtsstation in Bonn St. Marien Hospital setzt bei Hebammen auf neues Schichtsystem

Bonn · Das St. Marien Hospital in Bonn setzt seit Anfang des Jahres auf ein Schichtsystem mit freiberuflichen Hebammen. Damit soll eine bessere Betreuung von werdenden Müttern bei der Geburt erreicht werden. Hebammen erklären, welche Vorteile das neue System mit sich bringt.

 Stellten das neue Dienstbelegsystem am St. Marien Hospital vor: (von links) Leitender Oberarzt Tim Redlich, die Hebammen Jolanta Reis, Rebekka Sanne und Anja Nawrath sowie der kaufmännische Direktor Tim Schilling.

Stellten das neue Dienstbelegsystem am St. Marien Hospital vor: (von links) Leitender Oberarzt Tim Redlich, die Hebammen Jolanta Reis, Rebekka Sanne und Anja Nawrath sowie der kaufmännische Direktor Tim Schilling.

Foto: Josephine Wegner

Die Geburt eines Kindes ist ein unvergesslicher Moment im Leben jeder Familie. In den GFO-Kliniken Bonn hat sich die Geburtshilfe in den vergangenen Monaten gewandelt, um werdenden Müttern eine bessere Betreuung zu bieten. Die Neuausrichtung basiert auf einer neuen Partnerschaft mit freiberuflichen Hebammen und einem Schichtsystem.

Seit dem 1. Januar dieses Jahres haben das St. Marien Hospital und die Hebammenpraxis am Marienhospital auf ein Dienstbelegsystem umgestellt. Das neue System sieht laut Klinik vor, dass 30 freiberufliche Hebammen im Rahmen eines Drei-Schicht-Systems tätig sind und so eine intensive Betreuung gewährleisten. Die Umstellung bewirke, dass jede Hebamme nur zwei Frauen gleichzeitig betreut, was zu einem persönlicheren Kontakt führe.

Rebekka Sanne, langjährige Hebamme, Mitinitiatorin und Namensgeberin der Partnerschaft „Sanne, Wald & Partnerinnen”, erklärt, dass „das neue System eine höhere Flexibilität und eine ständige Verfügbarkeit von Hebammen ermögliche. „Die Erfahrung der Hebammen bleibt erhalten, während die Betreuung nun besser auf die individuellen Bedürfnisse der Frauen zugeschnitten werden kann“, so Sanne. Jolanta Reis, ebenfalls Hebamme und zusammen mit Sanne Sprecherin des Hebammenteams, sieht in diesem neuen System „eine Weiterentwicklung bewährter Strukturen. Und gegründet hat diese Partnerschaft der alte Stamm, der Kern der Hebammen aus dem St. Marienhospital.”

Für die Hebammen bedeutet das neue System mehr Autonomie. Seit Einführung des neuen Systems können laut Klinik alle Frauen aufgenommen werden. „Das reduziert den Druck auf die Hebammen, da sie keine mehr ablehnen und andere Krankenhäuser informieren beziehungsweise anfragen müssen“, sagt Anja Nawrath, Hebamme am St. Marien Hospital. „Ich bin Hebamme geworden, um den Frauen zu helfen und nicht um sie wegzuschicken.”

Die Einführung der Wochenbettvisite ist laut Klinik ein weiterer Vorteil des Systems und eine Art der Nachsorge. Tägliche Besuche auf der Wochenbettstation verbesserten die Betreuung und unterstützten die neuen Mütter. „Vor der Umstellung war dies oft nicht möglich, da im Kreißsaal zu viel zu tun war”, erklärt Reis.

Tim Redlich, Leitender Oberarzt und Leiter der Geburtshilfe, hebt die Vollbesetzung der Hebammen als bedeutende Verbesserung hervor. „Dies ermöglicht eine optimale Betreuung der Patientinnen ohne Kompromisse beim medizinischen Standard.” Während der Geburt stehen den Schwangeren Frauen fünf Kreißsäle zur Verfügung, in denen verschiedene Positionen eingenommen werden können. Die Kreißsäle sind durch Farben gekennzeichnet, somit ist zum Beispiel der blaue Kreißsaal auch mit blauen Möbeln und Farben gestaltet.

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