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Spendenaktion: Helden-Bilder bringen Spenden ein

Spendenaktion : Helden-Bilder bringen Spenden ein

Mit ihren Bildern von Helden hat die Bonner Künstlerin Ruth Tauchert 15 000 Euro für den guten Zweck eingenommen. Mit dem Geld hat das Gemeinschaftskrankenhaus drei Mini-Ultraschallgeräte gekauft.

Mit ihrer Spendenaktion „Helden-kaufen: Atem-spenden“ hat die Künstlerin Ruth Tauchert dem Bonner Gemeinschaftskrankenhaus zu einer wichtigen Investition verholfen. Zuvor sammelte sie in Kooperation mit den Galeristen Jenny Geißler und Bernd Bentler 15 000 Euro Spendengelder ein. Dank ihres Projektes konnten die Verantwortlichen des Krankenhauses unter anderem drei Mini-Ultraschallgeräte samt drei bildgebender iPads kaufen. Seit nunmehr eineinhalb Wochen sind die Geräte auf der Intensivstation im Einsatz.

Bereits vor dem ersten Lockdown hatte die Künstlerin damit begonnen, kleine Zeichnungen von nackten Heldenfiguren anzufertigen, die Interessierte für einen jeweils zweistelligen Betrag auf ihrer Internetseite kaufen konnten. „Im Angesicht des Virus sind wir alle nackt. So kam ich auf die Idee für die Motive“, sagte Tauchert. „Aber die wahren Helden sind die Menschen, die meine Zeichnungen gekauft und somit diese Aktion ermöglicht haben.“ Insgesamt 50 Prozent ihres Erlöses kamen dem Verein der Freunde und Förderer des Gemeinschaftskrankenhauses zugute. Ein Einzelspender beteiligte sich darüber hinaus mit 5000 Euro an der Aktion.

Im Haus St. Petrus wurde die Investition nun vorgestellt. In seiner Rede bedankte sich Krankenhausoberer und Direktionsmitglied Christoph Bremekamp bei Tauchert für ihre Initiative. „Diese Spende zeigt uns, dass wir in Krisenzeiten füreinander da sind“, stellte Bremekamp fest.

Der leitende Oberarzt der Intensivstation, Gerrit Schuhmacher, zeigte sich anschließend von der neuen technischen Ausrüstung überzeugt. „Die Geräte sind eine absolute Hilfe für uns im Umgang mit den Patienten auf der Intensivstation. Nicht nur, aber insbesondere für unseren Einsatz bei Covid-19-Patienten“, erklärte der Mediziner.

Zurzeit befinden sich laut Schuhmacher drei isolierte beatmungspflichtige Covid-19-Infizierte im Haus St. Petrus. „Diese Patienten sind sehr arbeitsintensiv. Gerade im Hinblick auf die ständige Infektionsgefahr sind die Geräte aufgrund ihrer Mobilität und der leichten Desinfektionsmöglichkeiten ein Segen für uns“, so der Oberarzt. „Insbesondere wenn beatmete Patienten aufgrund schwerer Infektionsverläufe in Bauchlage liegen, erweisen sich diese handlichen Ultraschallgeräte als ‚bildgebende Helden’“, fuhr er fort. „Das gibt uns beim Ultraschall Flexibilität, und wir sind up-to-date“, ergänzte der Chefarzt der Anästhesie, Pascal Knüfermann.

Zuvor mussten für bisherige Untersuchungen der Betroffenen, etwa der Lungenfunktion, „wandschrankgroße Geräte“ in die Zimmer geschoben werden und anschließend aufgrund der vielen Knöpfe und unregelmäßigen Oberflächen ebenso sorgsam wie zeitaufwendig desinfiziert werden.

Außerdem kann das Innenstadtkrankenhaus dank der Spende den isolierten Betroffenen nun drei weitere Tablets für die Kommunikation mit den Angehörigen zur Verfügung stellen. „In Zeiten wie diesen, in denen Besuche nahezu ausgeschlossen sind, ist es für unsere Patienten und Patientinnen besonders wichtig, zumindest virtuell mit ihren Familien zu kommunizieren“, sagte Bremekamp.

Das restliche Spendengeld soll in einen modernen Mobilisationsstuhl investiert werden. Weitere gezeichnete „Helden“ gibt es weiter auf der Internetseite der Künstlerin Internetseite der Künstlerin: https://ruth-tauchert.com.