Initiative an der Bonner Uni-Klinik Hilfe für krebskranke Kinder

Bonn · Das Uniklinikum Bonn spendet 50 Cent für jede Blutspende an den Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche. Der Verein finanziert Stellen auf der Station.

 Tim Prescher (20) hat zum ersten Mal Blut gespendet. Oberarzt Jochen Hoch (Mitte) und Jan Hennemann vom Förderkreis wünschen sich viele Spender.

Tim Prescher (20) hat zum ersten Mal Blut gespendet. Oberarzt Jochen Hoch (Mitte) und Jan Hennemann vom Förderkreis wünschen sich viele Spender.

Foto: Stefan Hermes

„Viele pädiatrische Tumorpatienten werden wieder gesund. Diese Erfolge wären ohne die Gabe von Blutpräparaten nicht denkbar“, sagt Johannes Oldenburg, Leiter des Bonner Universitäts-Instituts für Experimentelle Hämatologie und Transfusionsmedizin. „Bei der jetzt startenden Aktion können Blutspender doppelt helfen. Mit ihrem Blut und indem wir mit 50 Cent für jede Blutspende die Arbeit des Förderkreises drei Monate zusätzlich unterstützen. Denn seine Arbeit ist für die Patienten und deren Familien von umschätzbarem Wert.“

Eine Aussage, die Jan Hennemann vom Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche aus Erfahrung nur bestätigen kann. Seit 1983 ist der Förderkreis ein unverzichtbarer Teil für die ideelle und finanzielle Unterstützung von krebskranken Kindern und deren Familien. „Angesichts knapper werdender Ressourcen im Gesundheitswesen ist unsere Hilfe wichtiger denn je“, begründet der Förderkreis.

So ist es ein glückliches Zusammentreffen, dass der Blutspendedienst der Bonner Uniklinik, der nur etwa die Hälfte des dort jährlich benötigten Bedarfs von annähernd 30.000 Blutspenden erbringen kann, drei Monate lang 50 Cent pro Blutspende an den Förderkreis weiterreicht und somit Spender zusätzlich motiviert, mit ihrem Blut Gutes zu tun.

Hennemann nennt die Blutspender, auf deren zahlreiches Erscheinen er zur Eröffnung der Aktion am Dienstag vergeblich wartete, die „stillen Helden, ohne die es nicht geht“. Möglicherweise hat der Schnee, der auch den Venusberg kurzzeitig in eine Winterlandschaft verwandelte, die spendenbereiten Bonner davon abgehalten, ihr Haus zu verlassen.

Bleibt also zu hoffen, dass die in den nächsten drei Monaten angestrebten 5000 Blutspenden zusammenkommen. Vielleicht gibt es dann auch Spender, die zusätzlich auf ihre Aufwandsentschädigung von 25 Euro zugunsten der krebskranken Kinder und Jugendlichen verzichten, so der Wunsch der Organisatoren. Sie weisen Erstspender darauf hin, dass sie nicht in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt würden und der Blutverlust von etwa 500 Milliliter schnell ausgeglichen wäre. Eine Blutspende bedeute gleichzeitig einen kostenfreien ärztlichen Mini-Check, da das gespendete Blut auf verschiedene Parameter untersucht werde.

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