Hochwasser in Bonn und der Region Rheinpegel steigt bis zum Wochenende weiter an

Update | Bonn/Region · Der Rheinpegel in Bonn steigt bis zum Wochenende weiter deutlich an. Sogar ein Jahreshöchstwert von über sieben Metern ist möglich. SWB Bus und Bahn richten ab Donnerstag einen Bahnersatzverkehr ein.

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Der Rhein ist bis zum Rand gefüllt mit Wasser. Wetterexperten rechnen bis zum Wochenende mit einem deutlich ansteigenden Pegel und warnen vor Hochwasserfolgen. Am Freitagnachmittag steht der Pegel bei einem Wert von 6,85 Metern. Laut Wetterexperte Karsten Brandt, Geschäftsführer des Bonner Wetterdienstes donnerwetter.de, zeigen die Wettermodelle, dass der Rhein am Wochenende in Bonn einen Pegel von bis zu 7,8 Metern erreichen könnte. Damit wäre der bisher höchste Pegelstand des Jahres übertroffen. Auch die Stadt Bonn geht am Donnerstagnachmittag davon aus, dass der Pegel des Rheins am Samstag die 7-Meter-Marke erreichen wird. Am 20. November stand dieser bei 6,78 Metern. Die Hochwasservorhersagezentrale Rheinland-Pfalz rechnet für Freitag, 15. Dezember, mit einem Pegelstand bei 6,96 Metern. Der Maximalwert könnte aber noch höher liegen: 7,37 Meter, prognostiziert das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz.

Rhein-Hochwasser: Stadtbahn fährt eingeschränkt

Aufgrund des für Donnerstag prognostzierten Hochwasser mit einem Pegel von mehr als 6,50 Metern richten SWB Bus und Bahn ab Donnerstag bis einschließlich Montag, 18. Dezember, ein Bahnersatzverkehr für die Linie 66 zwischen den Haltestellen Königswinter-Oberdollendorf und Bad Honnef ein. Das teilte das Bonner Unternehmen am Mittwoch über den Nachrichtendienst X (ehemals Twitter) mit. Die Straßenbahnlinie fährt nur noch bis Oberdollendorf, ab dort fährt der Bahnersatzverkehr in Richtung Bad Honnef und zurück.

Als Ersatz für die Stadtbahnhaltestellen „Königswinter Fähre" und „Königswinter Denkmal" können Fahrgäste die Ersatzhaltestelle „Clemens-August-Straße" auf der Hauptstraße beziehungsweise auf der Ferdinand-Mülhens-Straße nutzen. SWB Bus und Bahn empfiehlt, sich vorab über die Servicestellen über die Lage der Haltestellen zu informieren und mehr Zeit einzuplanen.

Rheinfähren stellen Betrieb ein

Die Rheinfähre, die zwischen Hersel und Mondorf pendelt, hat am Donnerstag den Betrieb wegen Hochwasser eingestellt. Die Zufahrten seien so überflutet, dass die Fähre nicht mehr anlanden könne, teilt ein Mitarbeiter dem GA auf Nachfrage mit. Die Mondorfer Fähre soll bis einschließlich Sonntag nicht fahren. Ob der Betrieb am Montag, 18. Dezember, wieder aufgenommen wird, sei noch nicht sicher, so der Mitarbeiter. Auch die Rheinfähre, die zwischen Bad Godesberg und Niederdollendorf pendelt, stellt ab Freitag, 15. Dezember, ihren Betrieb ein.

Hochwasser im Rhein bei Bonn: Warum steigt der Pegel?

Ein Grund für den steigenden Flusspegel ist der Schnee, der in Süddeutschland und im Mittelgebirge Anfang Dezember gefallen ist. Dieser schmelze aktuell, erklärt der Experte. Der Oberrhein bringe das Schmelzwasser ins Rheinland, wodurch der Pegel in den vergangenen Tagen bereits gestiegen ist und in den nächsten Tagen weiter steigen wird. Brandt erwartet, dass der Stand von sechs Metern bereits am Dienstagabend erreicht ist.

Zum Schmelzwasser komme der Regen im Moselgebiet. Bereits Ende vergangener Woche füllte der Niederschlag den Fluss an. Ab Dienstag sind mehrere Tage weitere Regenfälle erwartet. „Ich kenne diese Wetterlage aus über 100 Jahren Aufzeichnung und weiß, dass sie eine klassische Ausgangslage für Rheinhochwasser ist“, sagt Brandt. Der Bonner Wetterexperte hält ein Hochwasser mit einem Pegel von 6,5 bis 7,8 Metern für Freitag oder Samstag für wahrscheinlich – zumal es in den kommenden Tagen im gesamten Rheineinzugsgebiet wie auch in Bonn regnen soll.

Anders als für den Rhein sei die Situation für kleinere Flüsse in der Region wie die Sieg, die Agger und die Ahr weniger problematisch. „Ich sehe keine große Gefahr für Hochwasser“, so Brandt. Im Rhein halte das Hochwasser für ein paar Tage an. Ab dem dritten Adventssonntag ziehe sich laut Brandt das Wasser im Rhein wieder zurück.

(ga/dpa)
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