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Venusberg: Hund hetzt Reh zu Tode

Venusberg : Hund hetzt Reh zu Tode

Für das Reh kam an dem Morgen jede Hilfe zu spät. Der Polizei blieb nur übrig, das erschöpfte und verletzte Tier mit einem Schuss aus der Dienstwaffe zu töten. Der zuständige Jagdpächter vom Venusberg, Reiner Wolter, kennt den Übeltäter - einen nicht angeleinten Hund.

"Der hat das Reh unter dem Anblick von Bewohnern gehetzt", sagt Wolter. Es hatte große Wunde, ein Lauf wurde ihm durchgebissen. Der Vorfall ereignete sich am 2. März morgens um 11 Uhr am unteren Waldausläufer von Dottendorf, und zwar an der Ecke Am Quirinusbrunnen und Winzerstraße.

Das bestätigte am Freitag auch die Polizei. "Das Reh war richtig erschöpft." Der Hund war laut dem Jagdpächter nicht angeleint, sein Herrchen nicht in der Nähe. "Er trug ein Halsband und war gepflegt." Am Ende habe er sich verjagen lassen, "doch für das Reh war es zu spät".

Der Hund ist fotografiert worden. Wolter hofft nun, dass jemand das Tier kennt und so an den Halter kommt. Im Prinzip sei das Wilderei, erklärt der Pächter des 330 Hektar großen Walds in Kessenich, Dottendorf, Poppelsdorf, Melbtal bis hin zur Waldau. Denn das tote Reh sei verlorener Erlös.

Es habe sich um ein Weibchen gehandelt, so dass es vielleicht sogar noch Nachwuchs gegeben hätte. Der Schaden liege je nach Reh in solchen Fällen zwischen 600 und 1500 Euro. Im schlimmsten Falle dürfe Wolter einen solchen Hund töten, wenn er auf frischer Tat erwischt wird. Das sei aber noch nie geschehen.

Ein zweiter Fall ereignete sich am 22. Dezember vergangenen Jahres. Da hatte morgens eine Frau gesehen, wie ein Hund ein Reh über die Robert-Koch-Straße hetzte. Das Wildtier wurde dabei von einem Auto erfasst. Obwohl die Frau laut Wolter laut schrie, habe sich der Hund - es sei nicht klar, ob es derselbe wie in Dottendorf war - nicht verjagen lassen. Die Frau habe das Reh noch in den Arm genommen. In dem Fall blieb Reiner Wolter selbst nichts anderes übrig, als es von seinen Qualen zu erlösen.

"Ich möchte, dass die Bevölkerung aufgerüttelt wird", sagt Wolter und beklagt sich über die momentanen Zustände im Wald. "Tag und Nacht laufen da die Hunde." Die Leute sollten aber das Gefühl dafür kriegen, dass dort Wildtiere leben und die diesen Lebensraum auch unbedingt brauchen.

Wer Näheres zu den Fällen weiß oder die Hundehalter kennt, soll sich an die Untere Jagdbehörde unter der Rufnummer 0228/772546 oder an Jagdpächter Reiner Wolter unter der Rufnummer 0228/663845 wenden.