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Haustiere: Hundezensus in Bonn läuft schleppend

Haustiere : Hundezensus in Bonn läuft schleppend

Zählung der Stadt ist wegen Personalmangels zeitweise ausgesetzt worden. Der Erfolg lasse sich laut Verwaltung nicht messen.

Knapp 10 000 Hunde sind in Bonn gemeldet. Doch weil die Stadt vermutet, dass es mehr sind, hat sie im September 2016 mit einer Bestandsaufnahme begonnen. Gingen anfangs zwei Hundezähler von Tür zu Tür, ist es derzeit aufgrund von Personalmangel nur noch einer – an einem Tag pro Woche. Obwohl bisher keine Bußgelder verhängt wurden, hält die Stadt am Zensus fest. „Es geht dabei um die Steuergerechtigkeit“, sagt Isabel Klotz vom Presseamt.

Die Frage, mit denen die Mitarbeiter an den Haustüren klingeln, ist immer dieselbe: die nach dem Besitz eines Hundes. Einfach in die Wohnung gehen dürfen sie aber nicht, genauso wenig, wie Nachbarn über nicht angetroffene Bewohner ausfragen. Wer nicht zu Hause ist, dem wird ein Bürgerbrief hinterlassen, der über die Bestandsaufnahme informiert und um die Anmeldung des Hundes bittet, falls das noch nicht passiert sein sollte.

500 mal 500 Meter sind die Planquadrate groß, in die die Verwaltung die Stadt eingeteilt hat. Für den Hundezensus werden sie nun nacheinander abgearbeitet. Bisher sind erst 15 der insgesamt 424 kontrolliert worden, der Stadtbezirk Bad Godesberg jedoch fast komplett. „Die beiden Mitarbeiter wurden ab 2017 zur Unterstützung der Task Force Zweckentfremdung eingesetzt, sodass die Maßnahme lange Zeit ruhte“, erklärt Klotz. Seit diesem Frühjahr geht es weiter, wenn auch nur mit einem Kontrolleur. Pro Tag schafft er zwischen 100 und 350 Haushalten – je nachdem, ob es sich um Hoch- oder Einfamilienhäuser handelt.

„Es werden in absehbarer Zukunft nicht mehr Mitarbeiter für die Maßnahme eingesetzt, da das Personalamt nicht mehr Mitarbeiter zur Verfügung stellen kann“, heißt es. Zeitlich habe sich die Stadt kein Ziel gesetzt. Kein Wunder: Angesichts von rund 170 000 Bonner Haushalten kann die Zählung noch lange dauern – rein rechnerisch mindestens neun Jahre.

Viel Aufwand, den der Bund der Steuerzahler schon zu Beginn kritisierte. „Der Verwaltungsaufwand ist doch viel zu hoch. Das Ganze ist ineffektiv und unwirtschaftlich“, sagte damals Katharina te Heesen. Die Stadt hält dagegen: „Im Sinne der Steuergerechtigkeit ist es wichtig, eine möglichst vollständige Kontrolle durchzuführen.“ Dass Geldmachen nicht im Vordergrund steht, belegen die Bußgelder. Bisher sei laut Stadt während der Zählung kein einziges verhängt worden, obwohl bis zu 5000 Euro möglich seien. „Wir geben den Haltern stattdessen die Chance, ihren Hund ordnungsgemäß anzumelden“, sagt Klotz. Wie erfolgreich die Hundebestandsaufnahme ist, lasse sich jedoch nicht bemessen. Im Zeitraum der Kontrollen sind bisher rund 300 Tiere neu angemeldet worden. Ob das mit den Bürgerbriefen zu tun habe, könne nicht nachvollzogen werden.

Betrachtet man die jährlichen Gebühren der Hundesteuersatzung, kommt einiges zusammen. Ein Hund kostet 162 Euro, zwei Hunde im Haushalt 210 Euro pro Tier. Für Kampfhunde werden 840 Euro fällig. Die Stadt geht davon aus, dass etwa 1200 Tiere nicht angemeldet sind und rechnet mit Mehreinnahmen von 200 000 Euro pro Jahr. Insgesamt sind die Einnahmen durch die Hundesteuer in den vergangenen Jahren stetig gestiegen: von 1,4 Millionen Euro 2013 auf 1,6 Millionen Euro 2017. Sie fließen in den allgemeinen Haushalt und sind nicht zweckgebunden.

Dem stehen vergleichsweise geringe Ausgaben für Hunde gegenüber. So gibt es im Stadtgebiet rund 100 Kotbeutelspender, die das Amt für Stadtgrün unterhält. In diesem Jahr sind dadurch Kosten in Höhe von 10 500 Euro entstanden. Zudem kümmert sich die Stadt Bonn um fünf Freilaufflächen für Hunde.