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Interview zum One World Festival: Im Beueler Brückenform wird's bunt

Interview zum One World Festival : Im Beueler Brückenform wird's bunt

Colette König hat die „One World-Initiative zur Förderung transkultureller Vielfalt“ ins Leben gerufen und das One World Festival am 3. September im Beueler Brückenforum organisiert. Der GA sprach mit ihr.

Was erwartet die Besucher beim One World Festival im Beuel Brückenform?

Colette König: Ein ganz buntes Festival: Vier große Reggae-Bands, die regional und teilweise auch international bekannt sind. Dann gibt es ein großes Sound System – eine mobile Diskothek, vor allem in Jamaika verbreitet –, das ab 13 Uhr jeweils die Pausen begleiten wird und auf der Afterparty spielt. Außerdem Artisten, Clowns, Stelzenläufer, Jongleure und eine Feuershow. Trommler werden durch die Straßen Beuels ziehen und Menschen ins Brückenforum locken. Am Nachmittag ist das Programm kindgerecht, am Abend wird es zur Party dann etwas erwachsener und turbulenter. Natürlich hoffen wir, dass viele Spenden zusammenkommen. Zum Beispiel durch das Tischlein-deck-Dich-Buffet, das selbst auch über Spenden generiert wird.

Was möchten Sie mit dem Festival erreichen?

König: Es soll nicht nur ein schöner Tag dabei herumkommen, sondern auch in den Köpfen bleiben, dass man durch Vernetzung so etwas großes hinbekommt. Und dass es sinnvoller ist, gemeinsam solche Projekte zu machen. Wenn verschiedene Organisationen sich zusammentun, können sie ein größerer Anziehungspunkt für Publikum und Spender sein. Das Ganze ist außerdem integrativ konzipiert.

Will heißen...

König: ... schon im Vorfeld arbeiten Flüchtlinge mit, zum Beispiel an der Vorbereitung des Buffets. Auch für die Obdachlosenhilfe soll das Bewusstsein geschärft werden. Natürlich können nicht beide Zielgruppen gleich stark bedient werden. Der Hauptfokus liegt deshalb auf der Flüchtlingshilfe. Die Obdachlosen werden dieses Mal auch berücksichtigt, damit politisch ein bisschen die Wogen geglättet sind.

Wie und wann ist die Idee zum Festival entstanden?

König: Die Idee ist entstanden, als 2015 die Welle von Flüchtlingen auch über Bonn hereinbrach und wir vor einer großen Aufgabe standen. Um keine bösen Stimmen groß werden zu lassen, wollte ich gleich mit einem Willkommensfest entgegenwirken. Damit wollte ich den eventuell aufkommenden Neid und Ängsten vorgreifen und ein bisschen Mut machen, dass man es gemeinsam eher schaffen kann, als wenn man feindlich gesonnen ist.

Nach dem Festival ist vor dem Festival? Wie sehen Ihre langfristigen Pläne aus?

König: Ich bin erst einmal froh, wenn ich das erste Festival in dieser Größe hinter mich bringe. Ein kleines gab es ja schon 2015 im Haus Mondial. Danach werde ich aber direkt wieder loslegen und neue Fördergelder beantragen. Gemeinsam mit der Caritas und dem Betreiber des Brückenforums werden wir überlegen, inwieweit eine jährliche Veranstaltung möglich ist. Das Festival soll Kontinuität haben, damit so was hier auch als Statement propagiert wird. Wir sind eine weltoffene Stadt, wir tun nicht nur so und haben die UN-Büros hier, sondern wir leben das.