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Kompaktseminar in der Bonner Abendrealschule: Im Fach Mathe rauchen die Köpfe

Kompaktseminar in der Bonner Abendrealschule : Im Fach Mathe rauchen die Köpfe

Zwei Wochen müssen Studierende täglich an der Abendschule quadratische Funktionen, Reihen und Schätzaufgaben büffeln. Den Stoff brauchen sie zur Vorbereitung auf ihre Abschlussprüfung. Um die Kosten für den Unterricht müssen sich die meist finanziell schlecht situierten Teilnehmer nicht machen. Hier springt die Ließem-Stiftung ein.

In der Abendrealschule rauchen derzeit im Matheunterricht die Köpfe. Sieben Studierende bereiten sich in einem von der Ließem-Stiftung geförderten Kompaktseminar auf die Zentralen Prüfungen (ZP) vor. Auf dem Plan stehen quadratische Funktionen, das Rechnen mit Reihen und Folgen, Excel-Tabellen und Schätzaufgaben.

Mathelehrerin Claudia Kirmis unterrichtet die Studierenden in dem zweiwöchigen Seminar täglich. „Mathe ist generell das Fach, dass den Studierenden in den Abschlussprüfungen am meisten Probleme bereitet“, beobachtet die Lehrerin. Durch den Distanzunterricht habe sich die Problematik nochmal verschärft. „Da kein wirklicher Onlineunterricht möglich war, sind in den letzten Monaten große Wissenslücken entstanden, auch weil es schwierig ist, sich den Stoff selbst beizubringen“, sagt Kirmis. Umso wichtiger sei es nun mit dem Seminar „in einer kompakten Art und Weise“ die Lücken zu schließen und bestimmte Themen zu vertiefen. „Ziel vom Seminar ist das Nach- und Aufarbeiten von Lernrückständen aus dem 3. Semester, die ursächlich auf den geringen Anteil an Präsenzunterricht während des Lockdowns zurückzuführen sind“, sagt Schulleiterin Julia Nonhoff.

Fördervoraussetzung: Mindestens fünf Jahre in Bonn und Umgebung ansässig sein

Teilnehmerin Nicole Holberg (21) ist froh über das Angebot: „Diese zwei Wochen sind für uns jetzt sehr wichtig, weil man alles aufholen kann, neue Sachen kennenlernt und Gelerntes vertieft.“ Zeynep Camli (19) hat in ihrem Heft eine Normalparabel eingezeichnet. „Wir lernen hier viele wichtige Kleinigkeiten, die uns bei der Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen helfen“, sagt sie.

Kirmis zieht ein vorläufiges Fazit: „Die Studierenden konnten schon viel mitnehmen. Wir haben hier sehr motivierte und gute Teilnehmer im Kurs.“ Geplant ist das Kompaktseminar für zehn bis zwölf Studierende. „Wir achten bei der Auswahl der Studierenden darauf, dass sie die Fördervoraussetzungen der Ließem-Stiftung, also bis 27 Jahre alt und mindestens fünf Jahre in Bonn oder Umgebung ansässig, erfüllen“, sagt Nonhoff.

Viele Studierende leben in prekären Verhältnissen

Bis auf wenige Ausnahmen seien alle Studierenden wirtschaftlich bedürftig und lebten in prekären Verhältnissen. Die Ließem-Stiftung finanziert das Seminar mit 2000 Euro. Für Geschäftsführer Siegfried Bündgen ist die Aus- und Weiterbildung von jungen Menschen ein besonderes Anliegen. „Insbesondere durch die Coronakrise ist es ja so, dass die Lernenden viele Probleme hatten.“

Besonders Schüler aus sozial benachteiligten Familien habe die Pandemie stark zurückgeworfen. „Die staatlichen Zuschüsse reichen hier meist nicht aus. Deswegen wollen wir die Lücken mit finanziellen Hilfen füllen“, sagt Bündgen.

Das neue Lernseminar sei das erste von der Stiftung geförderte Projekt an der Abendrealschule, sagt Nonhoff. „Wir wünschen uns solche Projekte auch noch für die Fächer Deutsch und Englisch.“ Man sei in Gesprächen und plane mit weiteren Seminaren, fügt Bündgen hinzu. „Wir können uns eine Zusammenarbeit über das Jahr hinaus gut vorstellen, der Bedarf ist klar gegeben.“

Mit Blick auf das kommende Semester, erinnert Nonhoff an die Anmeldefristen. „Wir freuen uns über Menschen, die beabsichtigen einen Real- oder Hauptschulabschluss nachzuholen, um sich für ihre weitere berufliche Laufbahn weiter zu qualifizieren."

Anmelden können sich Interessierte noch bis Ende August. www.abendrealschule-bonn.de