Vandalismus auf Sportplätzen Immer wieder Brandlöcher im Kunstrasen und zerschnittene Netze

Bonn · Sportplätze sind in Bonn Ziel blinder Zerstörungswut. Der Sportausschuss sieht in neuen Zäunen die einzige Lösung, die Stadt hat jetzt Pläne für den Sportplatz Hohe Straße in Tannenbusch vorgelegt. Wie groß das Problem ist, berichtet ein Vereinsvorsitzender.

Sportplatz Hohe Straße in Tannenbusch: Die Stadt Bonn plant, das Gelände zum Schutz vor Vandalismus einzuzäunen.

Sportplatz Hohe Straße in Tannenbusch: Die Stadt Bonn plant, das Gelände zum Schutz vor Vandalismus einzuzäunen.

Foto: Benjamin Westhoff

Verkohlte Bänke, Löcher im Kunstrasen, zerschnitte Netze in den Fußballtoren: Immer wieder kommt es zu Brandstiftung und Vandalismus auf dem Sportplatz Hohe Straße in Tannenbusch. Abbderrahman Harrmach, erster Vorsitzender des Sportvereins MSV Bonn, berichtet von Schäden, die die Vereinsarbeit stark beeinträchtigen. Auch der Sportausschuss sah in seiner Sitzung im Februar keine andere Lösung, als betroffene Sportplätze künftig so einzuzäunen, dass die Vereine den Zutritt regeln können. Ein erster Entwurf für die Sportanlage in Tannenbusch liegt jetzt vor.

„Wir, das MSV Team begrüßen sehr den Vorschlag seitens der Stadt Bonn, einen Zaun um das Spielfeld herum zu errichten, da dies dringend erforderlich ist“, sagt Harrmach. Zum einen sei die Vermüllung ein ernsthaftes Problem: „Trotz unserer Bemühungen ist es äußerst schwierig, dieser Verschmutzung wirksam entgegenzuwirken, insbesondere nachts, wenn die soziale Kontrolle fehlt.“

 Brandstiftung ist ein großes Problem auf dem Sportplatz Hohe Straße. Gezündelt wird nicht nur auf dem neuen Kunstrasen, sondern auch auf den Bänken.

Brandstiftung ist ein großes Problem auf dem Sportplatz Hohe Straße. Gezündelt wird nicht nur auf dem neuen Kunstrasen, sondern auch auf den Bänken.

Foto: msv

Spielverzögerung wegen beschädigter Tore

Der Vorsitzende berichtet auch, dass regelmäßig Tornetze zerschnitten werden, sodass die Schiedsrichter die Spiele nicht pünktlich anpfeifen können. Die Vereine seien inzwischen dazu übergangen, die Netze jedes Mal aufwendig auf- und abzubauen. „Im Kleinfeldbereich wurde der Boden durch Verbrennungen beschädigt, während der Kunstrasenplatz immer wieder, unter anderem durch Brandstiftung, mutwillig zerstört wird“, so Harrmach.

Die Stadt Bonn hatte im vergangenen Jahr 236.000 Euro in den Sportplatz an der Hohe Straße investiert, unter anderem für ein neues Kunstrasen-Kleinspielfeld. Die Sportanlage wird von den Fußballvereinen MSV Bonn und V.T.A. Bonn 1964 sowie von den Tannenbuscher Grundschulen, der Elsa-Brändström-Schule und der Paulusschule genutzt.

Sportler finden immer wieder Spritzen

„Nicht nur die Spielflächen sind betroffen, sondern auch die Kabinen bleiben von Vandalismus nicht verschont. Sowohl Türen als auch Schlösser wurden beschädigt“, sagt Harrmach. In der Folge führt das unter anderem dazu, dass der Zugang zu den Toiletten eingeschränkt war. „Ein besonders alarmierender Höhepunkt sind die Spritzen und Drogenutensilien, die an Orten auftauchen, die von Kindern besucht werden könnten“, sagt der Vorsitzende. Vor Kurzem sei sogar eine Spritze in einem Schuh gefunden worden. „Diese Vorfälle treten leider meistens nachts auf und erfordern dringend Maßnahmen, um die Sicherheit zu gewährleisten“, so Harrmach.

Die Stadtverwaltung hat jetzt eine Entwurfsplanung für den Sportplatz Hohe Straße vorgelegt, über die die politischen Gremien demnächst beraten. Sie hält eine Umzäunung angesichts der erheblichen Vandalismusschäden für „dringend erforderlich“ und sieht auch keine andere Möglichkeit, um künftige Schäden zu verhindern. Veranschlagt sind Kosten von insgesamt 300.000 Euro. Baubeginn könnte unmittelbar nach der Genehmigung des städtischen Haushalts im Jahr 2025 sein.

Nutzer übernehmen auch den Schließdienst

Die Sportvereine müssen sich im Gegenzug bereit erklären, den Zugang zum Sportplatz zu den festgelegten Öffnungszeiten sicherzustellen und den Schließdienst zu übernehmen. Für Tannenbusch hat die Verwaltung diese Zusagen schon: Beide hauptnutzenden Vereine hätten sich für die Einzäunung der Anlage ausgesprochen und wollten sich perspektivisch auch an der Pflege des Kunstrasenplatzes beteiligen. Auch aus Sicht der Sportler ist das sinnvoller, als sich ständig um die Beseitigung von Müll und Vandalismusschäden zu kümmern.

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