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Immobilien in Bonn: Im Bonner Umland steigen die Preise

Immobilienmesse in Bonn : Im Bonner Umland steigen die Immobilienpreise

Nach einem Jahr Corona-Pause zieht es viele Besucher zur 9. Bonner Immobilienmesse. Für manche Gäste gerät die Ausschau nach einem Eigenheim zur Suche nach dem karierten Maiglöckchen.

Die Bad Honneferin Ellen Fischer (26) gehörte am Samstag mit zu den ersten Besuchern der 9. Bonner Immobilienmesse. Die Hotelfachfrau ist auf der Suche nach ihrer ersten Eigentumswohnung oder einem Eigenheim. Von daher war sie höchst erfreut darüber, dass der General-Anzeiger die Veranstaltung nach einem Jahr Corona-Pause wieder im Telekom Dome auf dem Hardtberg anbot. Natürlich mit einem Hygienekonzept und unter Einhaltung der 3-G-Regeln, wie Martin Busch, Leiter des GA-Werbemarktes, betonte.

„Die Immobiliensuche ist ein großes Thema, insbesondere für uns junge Leute“, meinte Fischer. Es gebe nur wenige Angebote, und die seien oft viel zu teuer. Bei Maklern und Banken unter den 15 Ausstellern wollte sich Fischer nun über bislang nicht bekannte Objekte und vor allem die entsprechende Finanzierung informieren. Stichwort Informationsbedarf: Der schien hoch, denn bis zum frühen Abend zog es rund 1000 Besucher an die Messestände und zu den Fachvorträgen. „Viele hatten wieder das Bedürfnis zu einer Beratung von Angesicht zu Angesicht“, sagte Busch.

Dass der Bonner Immobilienmarkt Käufern in der Tat nur noch wenig an Objekten bieten kann, bestätigt Michael Carl, Regionaldirektor Immobilienmanagement bei der Volksbank Köln/Bonn. Zudem meinte er: Wegen der Corona-Krise und dem Homeoffice-Effekt würden die Preise „kurz- und mittelfristig“ weiter steigen. Auch im Bonner Umland, etwa in Kommunen wie Eitorf . Daher riet Carl: „Man sollte als Käufer nicht zu einhundert Prozent auf sein Ideal pochen.“ Recht bekam er von Dirk Küppers, Geschäftsführer des in Hilden und Monheim ansässigen Maklerunternehmens top-conception. Er hat im Juni in Bonn ein Büro eröffnet und zeigte zum ersten Mal auf der Bonner Immobilienmesse Flagge. „Am Anfang sucht man immer das karierte Maiglöckchen. Käufer sollten kompromissbereiter sein“, befand Carl. Zudem müsse die Finanzierung stehen.

Immobilien in Bonn: „Bonn hat kaum noch Neubaugebiete“

An eine Besserung der Situation auf dem hiesigen Markt glaubt Anke Lutz, Teamleiterin der Bonner Immobilienabteilung bei der Sparkasse Köln/Bonn, ebenfalls nicht: „Bonn hat kaum noch Neubaugebiete und auch im Rhein-Sieg-Kreis werden die Angebote knapp.“ Sie riet Käufern trotzdem: „Bleiben Sie am Ball!“

Dass sich dennoch hier und da Optionen auftun, zeigte sich am Stand des Maklerbüros von Roland Kampmeyer: Er vermittelt im Auftrag der Bayrischen Versorgungskasse 158 bezugsfertige Mietwohnungen des neuen Stadtquartiers west.side one in Endenich. Die Mietpreise beginnen bei rund 600 Euro, plus Nebenkosten, erklärt er. Rund 6500 Euro den Quadratmeter muss man allerdings für eine seiner acht neuen, urbanen Eigentumswohnungen an der Kölnstraße hinlegen. „Hier gab es bei der Messe vor allem viel Nachfrage von Kapitalanlegern“, bestätigte eine Mitarbeiterin von Kampmeyer. Manko: Die Interessenten hätten sofort ihr Geld ausgeben wollen, die Wohnungen kämen aber erst noch in den Verkauf. Ein 57-jähriger Kapitalanleger aus Bonn, der vor Ort nach einem Objekt Ausschau hielt, winkte allerdings ab: „Der Markt ist völlig überhitzt.“

Was die Szene jetzt auch erlebt: Die ersten Häuser, die von der Flutkatastrophe betroffen waren, werden angeboten. Darunter ein Mehrgenerationenhaus einer Eigentümerin aus Swisttal-Odendorf, das bei Makler Markus Falkenbach im Portfolio steht: „Das ist etwas Neues“, betonte er. Bei der Vermittlung eines solchen Objektes würden sich viele Fragen stellen. Beispielsweise ob es überhaupt ein Käuferinteresse gibt, oder sich am Ende alles über den Preis regele.