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Impfzentrum in Bonn: Noch immer 800 Impftermine frei

Senioren können Termine vorziehen : Noch immer 800 Impftermine in Bonn frei

Die Stadt Bonn appelliert weiter an über 80-Jährige, freie Termine im Impfzentrum zu belegen. Alte Termine können storniert und an einem früheren Tag neu gebucht werden.

Nachdem in dieser Woche zunächst rund 1000 Termine im Bonner Impfzentrum frei waren, haben sich über das Wochenende schon 200 Menschen gemeldet. „Es wird weiter appelliert, Termine auf den Portalen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zu buchen“, sagt Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann. Demnach gebe es noch weitere freie Termine für die Gruppe der über 80-Jährigen.

Am Freitag zeichnete sich ab, dass die Impfkontingente der Bundesstadt – im Gegensatz zum Rhein-Sieg-Kreis – nicht ausgelastet sein würden. Das NRW-Gesundheitsministerium prüft seitdem, Impfkontingente zu übertragen. Die Regelung, dass Impfberechtigte, die älter als 80 Jahre sind und im Rhein-Sieg-Kreis wohnen, einen Termin in Bonn vereinbaren können, ist laut eines KV-Sprechers indes nicht möglich. Der Grund für die Überkapazitäten: Rund 80 Prozent der Bonner über 80 sind schon geimpft worden oder haben einen Termin vereinbart. Der Krisenstab der Stadt Bonn hatte angeregt, die Gruppe der 70- bis 80-Jährigen früher zu immunisieren, was vom Land wegen der Impfreihenfolge aber abgelehnt.

Termine stornieren und neu buchen

Viele GA-Leser hatten sich zudem in der Redaktion gemeldet, weil sie nicht wussten, wie sie ihren Impftermin vorziehen können. So hat ein 88 Jahre alter Mann schon einen Termin für Mitte April, würde sich aber gerne schon früher impfen lassen. An der KV-Hotline habe man ihm erklärt, dass das nicht gehe. Jedoch sei es laut eines KV-Sprechers möglich, den bereits vereinbarten Termin abzusagen und einen früheren neu zu buchen. „Allerdings müssen dann nicht nur für den Erst-, sondern auch für den Zweittermin entsprechende Kapazitäten frei sein.“

 Eine 71-jährige GA-Leserin, die mit einer COPD-Erkrankung nach Informationen des Gesundheitsministeriums in die Gruppe 2 mit hoher Priorität gehört, konnte über die verschiedenen Hotlines nicht in Erfahrung bringen, ob sie nun schon geimpft werden kann oder nicht. Wie die KV mitteilt, würde man aktuell nur Termine für die Altersgruppe über 80 Jahren vergeben. Für Menschen die jünger sind, also beispielsweise zur Gruppe 2 gehören, und Vorerkrankungen haben, gebe es noch kein Impfangebot.

Impfportal der Stadt nicht für jedermann

Für Verwirrung sorgte auch das Online-Impfportal der Stadt Bonn, das jedoch nur für Sondergruppen gedacht ist und nicht für die Gruppe der 70- bis 80-Jährigen (siehe „Impfgruppen“). Die Senioren sollen laut NRW-Gesundheitsministerium bis Mai ein Impfangebot erhalten. Die Internetadresse des Bonner Portals werde laut Hoffmann nicht öffentlich genannt, um zu vermeiden, dass sich Bürger dort anmelden, die noch gar nicht mit dem Impfen dran sind. „Die Stadtverwaltung informiert die Personen dieser Gruppen unmittelbar.“ So werden beispielsweise Erzieher über die jeweiligen Einrichtungsleitungen oder die Stadt kontaktiert. Generell können Bürger Fragen, zum Beispiel wann sie an der Reihe sind, per Mail an fragen.impfen@bonn.de oder  die Telefon-Hotline 0228/7175 richten. Da sie zeitweise überlastet ist, kann es jedoch zu Wartezeiten kommen.

Auch in Bonn werden die Impfungen mit Astrazeneca vorläufig ausgesetzt. Betroffen sind Sondergruppen wie Lehrer, die unter 65 Jahre alt sind. Diejenigen, die sich am Montagnachmittag im Impfzentrum befanden, wurden kurzfristig auf den Impfstoff Biontech/Pfizer umgebucht, sofern sie das wollten. „Weitere Personen für Termine mit Astrazeneca wurden nicht mehr ins Impfzentrum gelassen. Insgesamt waren etwa 200 Personen betroffen. Impfungen durch mobile Teams wurden eingestellt“, so die Stadt Bonn. Noch am Montag wolle man per E-Mail die 5500 Personen der Sondergruppen, die Termine mit Astrazeneca vereinbart hatten, informieren. „Sie werden gebeten, nicht ins Impfzentrum zu kommen und darauf aufmerksam gemacht, dass sie informiert werden, wenn es Änderungen gibt.“ All das betreffe nicht die über 80-jährigen Bonner: Ihre Impfungen mit Biontech/Pfizer würden planmäßig fortgesetzt. Inwiefern der Impfstopp nun auf die 800 freien Termine in Bonn Einfluss hat, war am Montag noch unklar.

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