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Running Dinner in Bonn: In den Topf statt in die Tonne

Running Dinner in Bonn : In den Topf statt in die Tonne

Beim Running Dinner für die Welthungerhilfe zeigen Schauspielerin Liz Baffoe und Sängerin Lucy Diakovska, was man aus Resten von Lebensmitteln zaubern kann. Und 308 Bonner kochen mit.

Geschäftiges Treiben herrschte am Samstagsabend in der Showküche von Chefkoch.de am Bonner Bogen in Ramersdorf. Schauspielerin Liz Baffoe und Sängerin Lucy Diakovska schnippelten und pürierten zusammen mit Isabel Vreden von Chefkoch.de und Michael Hofmann, Marketing-Vorstand der Welthungerhilfe, sozusagen um die Wette. Zusammen mit der Online-Plattform „Rudi rockt“, Chefkoch.de und Foodsharing hatte die Welthungerhilfe im Zuge der „Woche der Welthungerhilfe“ ein „Restekochen“ organisiert – mit prominenter Verstärkung.

Als um 18 Uhr die Gäste nach und nach eintrudelten, wurde noch mal Hand an den Mixer gelegt und der letzte Feinschliff an den karamellisierten Tomaten mit Avocado-Basilikum-Pesto vollführt. Zeitgleich wurden überall in heimischen Küchen in der Stadt leckere Gerichte zubereitet. Die Initiative Foodsharing stellte den Bonner Hobbyköchen Lebensmittel zur Verfügung, die laut Hofmann „sonst in der Tonne landen würden“.

308 Bonner und Bonnerinnen hatten sich für das „Running Dinner“ angemeldet, so viele wie noch nie. Die Teilnehmer hatten sich in Zweierteams auf der Plattform www.rudirockt.de angemeldet. Danach wurde für jedes Team ein anderer kulinarischer Weg geplant: „Ein Algorithmus sucht Teams zusammen, die möglichst nah beieinander wohnen“, erklärte Organisator Hauke Schremmer. Jedes Paar muss einen der drei Gänge bei sich zu Hause vorbereiten und zwei andere Teams verköstigen, die beiden weiteren Gänge werden in jeweils neuer Besetzung bei anderen Gastgebern eingenommen.

„So kommen bei jedem Gang sechs neue Leute zusammen. Am Ende des Abends feiern wir immer eine Party, bei der alle Teilnehmer zusammenkommen“, sagte Schremmer weiter.

Die Idee von „Rudi rockt“ komme ursprünglich aus Aachen, wo laut Schremmer pro Event mittlerweile weit über 2000 Leute mitmachen. Einige Teams hatten jeweils einen Gang in der Promiküche gewonnen. Schauspielerin Liz Baffoe gefiel vor allem die Kombination aus Kochen und Wohltätigkeit. „Ich engagiere mich schon lange in der Welthungerhilfe und bin eine leidenschaftliche Köchin. Deshalb finde ich es super, auf diesem Wege zeigen zu können, dass viele Produkte mit kleinen Macken immer noch in Ordnung sind“, erklärte sie.

„18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden jährlich in Deutschland entsorgt, zehn Millionen Tonnen davon unnötigerweise“, erklärte Michael Hofmann. Die Spitzenreiter bei der unnötigen Entsorgung seien tatsächlich die Verbraucher, sagte er.

Und gerade aus diesem Grund sei es besonders wichtig, die Zusammenhänge zwischen dem lebensgefährlichen Nahrungsmangel in der dritten Welt und dem Konsumverhalten in der ersten Welt zu verstehen, um den weltweiten Hunger einzudämmen. „Durch das Restekochen wollen wir zeigen, dass man aus älteren Lebensmitteln auf kreative Art und Weise noch immer sehr leckere Gerichte zaubern kann“, sagte Michael Hofmann.

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen Deutschlands und unterstützte im vergangenen Jahr 387 Projekte in 40 Ländern.