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Kommentar zu Extremisten in Neu-Tannenbusch: In Sorge um den Ruf

Kommentar zu Extremisten in Neu-Tannenbusch : In Sorge um den Ruf

Der Stadtteil könnte sich zu einem deutschen Molenbeek entwickeln, fürchten manche. Schweigen hilft nicht: Wer sich um seine Stadt und seine Kinder sorgt, muss mit Polizei und Justiz zusammenarbeiten.

Die Aussagen aus Kreisen der Bonner Polizei zu Neu-Tannenbusch sind beunruhigend. Der Stadtteil sei ein Nährboden für Kriminalität und religiösen Extremismus und die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, dass er sich zu einem deutschen Molenbeek entwickele. Immerhin gab es bislang die meisten Razzien und Festnahmen von extremistischen Muslimen aus Bonn in diesem Stadtteil.

Seit Jahren leidet das Viertel mit seiner hohen Arbeitslosigkeit unter einem schlechten Ruf. Und mit ihm vor allem die Kinder und Jugendlichen mit ausländischen Wurzeln, die es in der Schule und auf dem Arbeitsmarkt ohnehin enorm schwer haben. Allein die Adresse kann da zu einem Ausschlusskriterium bei der Bewerbung werden.

Dabei gibt es eine Reihe von engagierten Initiativen – privater, schulischer und behördlicher Art –, die alles daran setzen, dass Extremismus und Kriminalität keine Chance haben – und der Ruf nicht weiter ramponiert wird.

Gerne werden in dem Zusammenhang die Medien und auch der General-Anzeiger dafür gescholten, man schreibe „den Tannenbusch“ schlecht. Dabei besteht doch die eigentliche Gefahr darin, die eingangs erwähnten Warnrufe der Polizei, die ja nicht neu sind, zu ignorieren und so negative Entwicklungen weiter laufen zu lassen.

Natürlich steht die überwältigende Mehrheit der Bewohner von Tannenbusch auf dem Boden des (Grund-)Gesetzes. Es stimmt allerdings sehr bedenklich, dass die Ermittler gerade in Migrantenkreisen immer wieder auf Mauern des Schweigens stoßen.

Das aber darf nicht sein, auch nicht aus falsch verstandener Solidarität. Denn dann muss man sich als Bewohner den Vorwurf gefallen lassen, negative Entwicklungen in Kauf zu nehmen oder, schlimmer noch, sie durch Untätigkeit mit zu unterstützen.

Wer sich mit seinem Viertel, dieser Stadt und der Gesellschaft verbunden fühlt, wer um den Ruf seines Stadtteils und die Zukunft seiner Kinder besorgt ist, der sollte nichts unversucht lassen, Polizei, Justiz und Stadt bei ihren Bemühungen im Kampf gegen kriminelle Elemente zu unterstützen.