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Fähre vom Mondorfer zum Graurheindorfer Ufer: In wenigen Minuten von Ufer zu Ufer

Fähre vom Mondorfer zum Graurheindorfer Ufer : In wenigen Minuten von Ufer zu Ufer

Fünf Minuten braucht Robert Funken im Schnitt, um mit seiner Fähre vom Mondorfer zum Graurheindorfer Ufer zu kommen. Doch jetzt, wo der Rhein Niedrigwasser hat, ist er meistens noch schneller.

"Je weniger Wasser der Fluss führt, desto geringer ist auch die Strömung", erklärt er, während er die Rampe seiner Fähre herunterlässt. Am Ufer warten schon knapp 30 Radler, die den Fähr-Tag des ADFC nutzen, um kostenlos über den Rhein zu kommen. Und jeden von ihnen zählt Funken mit einem Klickzähler.

Auf dem kleinen Brett, das neben der Rudersteuerung montiert ist, gibt es aber noch viele weitere Zähler: für Fußgänger, für Autofahrer und auch für Kinder, die die Fähre benutzen. "Eine genaue Abrechnung bekommen wir durch die Tickets, die verkauft werden, das ist eine Übersicht für das Schifffahrtsbuch", berichtete der 58-Jährige. Wie viele Seemeilen die "Mondorf" Tag für Tag zurücklegt oder wie oft sie zwischen den Ufern hin- und herpendelt, wird nicht notiert. Deshalb kann Robert Funken auch nicht sagen, welche Strecke er schon zurückgelegt hat.

Das etwa 400 Meter lange Stück ist das einzige, das er befahren darf. Dafür hat er 2009 einen sogenannten Streckenführerschein gemacht. Vorher verkaufte der gelernte Tischler drei Jahre lang Fahrscheine auf der Fähre. "Ich war arbeitslos, und dann ergab sich diese Beschäftigung", sagt Funken. Der Job gefiel ihm so gut, dass er sofort zusagte, als man ihm die Fortbildung anbot. Voraussetzung dafür war, dass er bereits mehr als hundert Tage auf der Fähre gearbeitet hatte. "Das macht man, damit man den Streckenabschnitt und das Schiff gut kennenlernt", erklärt er.

Denn auch wenn das Ziel stets dasselbe ist, es gibt Unwägbarkeiten, auf die ein Fährmann immer zu achten hat. Dazu gehört natürlich der Schiffsverkehr, mit dem man sich verständigen muss. "Die großen Schiffe in der Fahrrinne haben immer Vorfahrt, dann kommen die Fähren und zuletzt die kleinen Boote. Aber ich beharre nicht auf meinem Recht", sagt Funken. Dann gibt es noch die Strömung, die beachtet werden muss. Entscheidender sind jedoch die Windböen.

"Die sind viel gefährlicher, weil sie ständig die Richtung ändern können", sagt Funken. Denn die treiben die Fähre vom Kurs ab, den der Fährmann mit den 150 PS starken Motoren auf beiden Seiten kontinuierlich korrigieren muss. Das passiert nach Gefühl, aber mit viel Voraussicht. Ehe die tonnenschwere Fähre, die noch zu den kleinen auf dem Rhein zählt, reagiert, vergehen einige Sekunden. Viel schneller als 15 Stundenkilometer wird die Fähre nicht. "Und wenn ich die erreiche, muss ich eigentlich schon wieder abbremsen, weil das andere Ufer da ist", erklärt der Fährmann.

Vollgas fährt Funken nur selten, um Sprit zu sparen und das Material zu schonen. Zwischen 20 und 30 Liter Diesel kann er auf diese Weise pro Tag einsparen. Hochgerechnet auf 365 Tage im Jahre sind das immerhin mehrere Tausend Euro.