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Internationale Begegnungsstätte in Bonn Integrationsrat lehnt Schließung ab

Bonn · Nun hat sich auch der Integrationsrat gegen die Schließung der Internationalen Begegnungsstätte an der Quantiusstraße ausgesprochen.

 Der Integrationsrat will ein neues Konzept für die Internationale Begegnungsstätte an der Quantiusstraße - hier ein Archivbild.

Der Integrationsrat will ein neues Konzept für die Internationale Begegnungsstätte an der Quantiusstraße - hier ein Archivbild.

Foto: Barbara Frommann

Mit großer Mehrheit folgten die Mitglieder mit Ausnahme der CDU einem kurzfristig eingereichten Änderungsantrag der Grünen. Demzufolge soll die seit Dezember vergangenen Jahres vakante Leitungsstelle schnell neu besetzt werden.

Die Verwaltung soll außerdem ein Konzept erarbeiten, das die bisherigen Aufgaben und den Charakter als Ort der Begegnung, des Lernens und der Beratung für Flüchtlinge und Migranten wahrt.

Die Stadtverwaltung schlägt dagegen, wie mehrfach berichtet, vor, den Mietvertrag für das Haus (Warmmiete 54 000 Euro jährlich) zum Ende des Jahres zu kündigen. Die dort stattfindenden Bildungskurse für Erwachsene und Kinder plant das zuständige Jugendamt allerdings an dezentralen Orten wie beispielsweise Jugendzentren komplett aufrechtzuerhalten und unter das Dach der Volkshochschule zu stellen.

Beratungsstellen für die Integrationskurse sollen an den Standort des Ausländeramts an der Oxfordstraße angesiedelt werden. Dort werden beispielsweise Asylverfahren eingeleitet.

"Begegnungsstätte leistet hervorragende Arbeit"

„Die geänderte Struktur verkürzt die Wege“, erklärte Amtsleiter Udo Stein im Integrationsrat erneut seine Position, die unter Mitarbeitern und Nutzern der Begegnungsstätte auf großen Widerstand stößt. Das durch die Umstrukturierung gesparte Geld könne zumindest zum Teil zur Verfügung gestellt werden. Stein muss aber auch 25.000 Euro einsparen, weil ihm der Haushalt gekürzt wurde.

Dass mit dem Verwaltungsvorschlag überhaupt Geld zu sparen sei, stellte Grünen-Ratsmitglied René El Saman in Frage: „Die Begegnungsstätte leistet hervorragende Arbeit und generiert Synergien“, sagte er. Die Idee, eine Beratung für Integratioskurse im Ausländeramt anzubieten, halte er für „unausgegoren“.

Antonio Morreale (Gemeinsam ohne Grenzen) stellte an Stein die Frage: „Warum wollen Sie eine funktionierende Institution zerstören?“ Linken-Ratsmitglied Jürgen Repschläger appellierte an die Stadt, mit der Internationalen Begegnungsstätte nach Lösungen zu suchen: Alle bisher vorgebrachten Änderungsanträge von SPD, Linken und nun den Grünen hätten schließlich die Möglichkeit einer Neuausrichtung des Hauses zum Gegenstand.

Der Jugendhilfeausschuss hatte sich in seiner jüngsten Sitzung ebenfalls gegen die Schließung ausgesprochen, im Kulturausschuss wurde der betreffende Tagesordnungspunkt ohne Votum in den Hauptausschuss verschoben. Dort wird am 23. Juni voraussichtlich die endgültige Entscheidung über die Zukunft der Einrichtung getroffen.

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