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Auerberger Mitte: Investor will Wohnungen, eine Bücherei und Gaststätten bauen

Auerberger Mitte : Investor will Wohnungen, eine Bücherei und Gaststätten bauen

Auf dem letzten noch freien Grundstück in der Auerberger Mitte an der Pariser Straße ruhen große Hoffnungen. Hier besteht die letzte Chance, nach vielen Jahren des Stillstandes doch noch einen Treffpunkt für Bürger in Form eines Vereinssaals, einer Gastronomie, einer Bücherei sowie weiterer Läden zum Einkaufen einzurichten.

Denn das fehlt hier, wie CDU-Ratsherr Wolfgang Maiwaldt nach wie vor gebetsmühlenartig wiederholt. "Die Bürger haben hier nichts, um ihren sozialen und kulturellen Aktivitäten nachzugehen."

Als ein Investor sich nun für das letzte freie Grundstück zwischen Rewe und Prager Straße interessierte, das etwa so groß ist wie zwei Fußballplätze (16.000 Quadratmeter) und der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) gehört, machte sich Maiwaldt neugierig bei der Stadt schlau.

Dort hatte die Baufirma aus Bocholt eine Bauvoranfrage platziert, die eine reine Wohnbebauung mit 100 Wohnungen vorsieht. Während Maiwaldt umgehend bei der Stadt intervenierte ("Wir halten an Gewerbe, Bücherei und Gastronomie fest"), beginnt der für den CDU-Ratsherrn ausgesprochen positive Teil der Geschichte.

"Der Investor rief mich an und hat nach unserem Gespräch umgeplant und jetzt alle Wünsche berücksichtigt", berichtet Maiwaldt. Das Bauordnungsamt bestätigte die Vorlage der neuen Planung, nach der inzwischen eine Mischnutzung vorgesehen ist, bei der auch die Aufnahme einer Stadtteilbücherei, Gastronomie und Einzelhandel berücksichtigt werden können.

"Eine Umplanung liegt vor und wird zurzeit geprüft", erklärt Amtsleiter Willi Dormagen in einer Mitteilung an die Bezirksvertretung Bonn, während Maiwaldt schon sagt: "Die Planung gefällt mir außerordentlich." Laut Plan erstreckt sich an der Pariser Straße ein viergeschossiger Komplex und im rückwärtigen Teil eine dreigeschossige Bebauung. Dazwischen soll eine große Grünanlage mit Spielplatz und privaten Vorgärten liegen. Zum Marktplatz hin sind Arkaden wie in Poppelsdorf vorgesehen, um trockenen Fußes die Geschäfte und die Bücherei zu erreichen.

Ein weiterer Punkt, der für den CDU-Ratsherr wichtig ist: Der Investor will den Wohnungsbau dort frei finanzieren und gehobene Ansprüche erfüllen. Nicht, dass er etwas gegen öffentlich geförderten Wohnungsbau habe, sagt Maiwaldt: "Aber der muss gerecht über die ganze Stadt verteilt sein, sonst muss man später Millionen ausgeben wie in Tannenbusch, um das zu reparieren."

Die bisherige Planung in Auerberg sei ein Garant für den sozialen Frieden. Denn trotz des hohen Migrantenanteils von 30 Prozent sei der Stadtteil insgesamt unauffällig.