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Rockaue: Jennifer Rostock kommt zur Rockaue

Rockaue : Jennifer Rostock kommt zur Rockaue

Tja, wenn die Hilfe ausbleibt, dann hilft man sich selbst. Nach wie vor gibt es weder eine Entscheidung noch ein Signal, ob die Initiatoren der Rockaue, die die Idee der früheren R(h)einkultur mit neuem Konzept fortsetzen wollen, den städtischen Zuschuss bekommen.

Denn die einst für das beliebte Rockfestival in der Rheinaue bereitgestellten 80.000 Euro sind nach wie vor im Haushalt eingestellt. Und diese sollen, so jedenfalls der Beschluss des Stadtrats, weiterhin für solche Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden.

Doch der Kulturausschuss konnte sich noch zu keinem Beschluss durchringen, verschob die Debatte gar in den nichtöffentlichen Teil. "Die Haushaltsberatungen beginnen eben erst im Februar", sagte der Rock- und Popbeauftragte Hans-Joachim Over. "Wir hoffen natürlich nach wie vor darauf, dass wir finanziell unterstützt werden", erklärte Rockaue-Geschäftsführerin Maria Hülsmann gestern bei der Präsentation des vorläufigen Programms.

Denn demoralisieren lassen will sich die Gruppe von der zögerlichen Haltung der Politik nicht. "Wir müssen die Künstler jetzt buchen, wir müssen jetzt planen, sonst klappt das bis zum 11. Juli nicht mehr", sagte Hülsmann. Um das Festival noch zu retten, haben sich die Initiatoren entschieden, einen kleinen Eintritt zu nehmen. Ab sofort gibt es "Early Bird"-Tickets für 7,70 Euro, die dann später 9,90 Euro kosten werden. Die Green-Juice-Veranstalter Simon und Julian Reininger, die für das Programm der Hauptbühne zuständig sind, haben mit dem kleinen Eintritt auch beim letzten Green Juice gute Erfahrungen gemacht.

"Wir mussten sehr straff kalkulieren und auch einiges streichen: So wird es nur drei statt vier Bühnen geben, aber so werden wir damit hinkommen. Und sollten wir dennoch mehr Karten verkaufen als erwartet, dann fließt das sofort wieder in die Rockaue. Dann gibt es eben doch die vierte Bühne. Bands haben wir genug an der Hand. Bislang haben sich schon rund 600 Bands bei uns beworben", sagte Hülsmann und lachte.

Und sie hat allen Grund dazu optimistisch zu sein. Denn das Programm, das die Gruppe bislang zusammengestellt hat, kann sich durchaus sehen lassen. Mit Jennifer Rostock haben sie einen Headliner, der mit seinem aktuellen Album "Schlaflos" ("Wenn der Wodka zweimal klingelt") nicht nur die Charts stürmt, sondern auch lässig die Hallen füllt.

Das gilt sicher auch für die Mittelalterrocker Schandmaul, die die Hauptband auf der Rock und Heavy-Bühne werden. Für die Electronic-Stage haben Jan Hofmann und Sandro Heinemann bereits Größen wie LCAW, KlangTherapeuten und Talul gewinnen können. Insgesamt sollen um die 30 Bands auftreten. Start ist um 12 Uhr, das Festival endet um Mitternacht. "Die Rockaue ist bereits als eines der sogenannten seltenen Ereignisse im Kalender eingeplant", bestätigte Stephanie Clemens-Krämer, Veranstaltungskoordinatorin der Stadt Bonn.