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Jens Söring: In Bonn aufgewachsener Doppelmörder Thema bei "Akte Rheinland"

Aufgewachsen in Bonn : Bei „Akte Rheinland“ geht es um Doppelmörder Jens Söring

Am Donnerstag ist eine neue Episode des GA-Crime-Podcasts „Akte Rheinland“ erschienen. Diesmal geht es um den Fall Jens Söring, der in Bonn aufwuchs und in den USA als Mörder verurteilt wurde.

Es war ein grausames Verbrechen im Jahr 1985: Derek und Nancy Haysom wurden in ihrem Haus mit dutzenden Messerstichen malträtiert, bevor der Mörder ihnen die Kehlen durchschnitt. Über den Doppelmord an dem Ehepaar sprechen die Redakteure Anna Maria Beekes und Andreas Dyck in der neuen GA-Crime-Podcast-Folge „Akte Rheinland“ mit dem Leiter der Online-Redaktion Marcel Wolber. Dabei spielt der Fall ausnahmsweise nicht in Bonn oder der Region, sondern 6655 Kilometer weit entfernt, in Lynchburg, Virginia, in den USA.

Für die Tat wurde Jens Söring zu zwei Mal lebenslänglich verurteilt, ehe er 2019 auf Bewährung freigelassen und nach Deutschland abgeschoben wurde. Mittlerweile ist er also ein freier Mann - ein verurteilter Doppelmörder bleibt er weiterhin, obwohl er die Tat seit dem Prozess konsequent bestreitet. Söring hatte die Morde zunächst zwar gestanden, später das Geständnis aber widerrufen. Er habe seine Freundin Elizabeth Haysom, die Tochter der beiden Opfer, damit vor der Todesstrafe bewahren wollen.

Doch nicht nur wegen der hohen Aufmerksamkeit des Falles an sich dürfte der Name Jens Söring bei einigen in Bonn und der Region bekannt sein. Denn der heute 54-Jährige ist teilweise in Bonn aufgewachsen, hat hier als Diplomatensohn einige Jahre seiner Kindheit verbracht. In einem seiner Bücher beschreibt Jens Söring, der beim Umzug nach Bonn sieben Jahre alt war, die Zeit in der Bundesstadt recht ausführlich. Demnach lebte die Familie in einem relativ kleinen Apartment und es gab zwischen den Eltern viel Streit. 1977 zog die Familie schließlich aus beruflichen Gründen in die USA. Dort traf Söring, mittlerweile ein hochintelligenter, aber schüchterner und zurückhaltender Streber, Mitte der 1980er-Jahre auf Elizabeth. Seine erste Liebe. Die Beziehung nennt der ehemalige US-Strafverteidiger Andrew Hammel, der sich über Jahre mit dem Fall Söring beschäftigt hat, im Podcast eine “verrückte Liebe voller fulminanter, obszöner, mitunter bizarrer und befremdlicher Liebeserklärungen”.

Doch Bonn kommt auch noch anderen Stellen der Geschichte ins Spiel. So kam Sörings rechtlicher Beistand aus Bonn: aus der Kanzlei Redeker Sellner Dahs. Auf eine Gesprächsanfrage im Podcast hat Sörings Anwalt Christian Mensching nicht reagiert. Dafür kommt der Bonner Staatsanwalt Bernd König zu Wort, der Söring 1986 mit dessen damaligem Anwalt Andreas Frieser in London vernahm, wo Jens und Elizabeth auf der Flucht gefasst wurden. König nennt Söring „eine der faszinierendsten Persönlichkeiten, die er je kennengelernt hat“.

Im Podcast „Akte Rheinland“ geht es um Kriminalfälle aus Bonn und der Region. Alle zwei Wochen immer donnerstags erscheint eine neue Episode. Über den Blog akte-rheinland.de kann der Podcast direkt angehört werden. Der Podcast ist zudem über Spotify, Apple Podcasts, Stitcher, Deezer und weitere Podcatcher abrufbar und kann kostenlos abonniert werden.

(ga)