Kommentar zum Schutz vor Starkregen Jetzt sind alle gefordert

Bonn · Die Stadt Bonn ruft alle Hauseigentümer per Brief dazu auf, mehr zur Eigenvorsorge zu tun. Überschwemmungen drohen nicht nur in der Nähe von Gewässern.

Die Bonner haben seit Jahrhunderten am Wasser gebaut. Eigentlich müssten sie Experten für Überschwemmungsschutz sein. Doch zum einen neigt der Mensch dazu, sich in trügerischer Sicherheit zu wiegen, wenn ein dramatisches Rhein-Hochwasser oder sintflutartige Starkregen theoretisch nur alle 100 Jahre vorkommen.

Da werden wieder Fotoalben in den Keller gepackt und Holzstapel ans Ende des Grundstücks. Zum anderen muss man kein Klimaforscher sein, um zu erkennen, dass die Sommergewitter an Heftigkeit zunehmen und oft extreme Niederschläge mit sich bringen. Da helfen auch keine Deiche und Entlastungskanäle.

Jeder Einzelne ist jetzt gefordert. Informationsmaterial gibt es genug. Es gilt, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, passende Schutzmaßnahmen zu ergreifen und diese langfristig auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen. Fangen wir doch mal mit der heimischen Tiefgarage im Neubaukomplex an: Dort gibt es eine sehr breite Rampe und ein schmales Ablaufgitter. Wenn das voller Blätter ist, braucht es nicht viel Fantasie, um sich auszumalen, wie schnell die Tiefgarage unter Wasser steht.

Andere benutzen vielleicht das laut Werbung extra sanfte, feuchte Toilettenpapier, das seine zähe Seite in den Pumpen der Bonner Klärwerke zeigt und die Rückstausicherung von Häusern blockiert. Absoluten Schutz vor Hochwasser und Starkregen gibt es nicht. Aber man kann einiges tun, um die Schäden künftig in Grenzen zu halten.

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