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Bebauungsplan für Schlesienstraße und Nordfriedhof: Jetzt soll auch Wohnbau möglich sein

Bebauungsplan für Schlesienstraße und Nordfriedhof : Jetzt soll auch Wohnbau möglich sein

Wie geht es weiter mit den städtischen Freiflächen hinter dem Nordfriedhof? Seit April 2014 wird dieses Thema laufend vertagt. Nun hat der Wirtschaftsausschuss den Konzepten Schlesienstraße und Nordfriedhof zugestimmt - allein schon, um ein Zeichen zu setzen.

Es geht um zwei nah beieinander liegende Gebiete: einmal den etwa zwei Hektar große Geländestreifen zwischen Schlesien- und Peter-Klein-Straße; zum anderen um das bisher ackerbaulich genutzte Gelände zwischen Schlesien-, Hans-Herter-Straße, Nordfriedhof und Kölnstraße. Für beide Bereiche gibt es Ideen, auf deren Grundlage nun Bebauungspläne geändert werden sollen. Allerdings wurde die Vorlage dazu mittlerweile schon 20-mal kreuz und quer durch die Gremien geschoben - etwa in die Bezirksvertretung Bonn, den Umwelt- und Hauptausschuss.

Für das Gelände zwischen Schlesien- und Peter-Klein-Straße gab es jahrelang Vorstöße für eine gewerbliche Nutzung. Die seien aber nicht erfolgreich gewesen, so die Stadt. Der zurzeit gültige Bebauungsplan erlaubt in diesem Mischgebiet lediglich "nicht wesentlich störende Betriebe und betrieblich bedingte Wohnungen". Ganz normale Wohnungen sind dort nicht möglich - was man nun ändern will. Alfred Beißel vom Liegenschaftsmanagement wies im Wirtschaftsausschuss darauf hin, dass die Flächen an der Peter-Klein-Straße eventuell für den Neubau einer Flüchtlingsunterkunft genutzt werden könnten.

Die andere Freifläche war, wie berichtet, für die Erweiterung des Nordfriedhofs vorgesehen. Somit sieht der Bebauungsplan dort bislang nur Grünfläche vor. Doch die Verwaltung benötigt die Reservefläche nicht. Dort könnten künftig Wohnungen (entlang der Kölnstraße) und Gewerbebauten entstehen. Denn die städtische Wirtschaftsförderung würde gerne kleineren und mittleren Unternehmen Grundstücke ab 1000 Quadratmetern zur Verfügung stellen. In Buschdorf wäre das möglich. Das wäre dann im Sinne einer Erweiterung des bereits komplett vermarkteten Gewerbeparks Buschdorf rund um die Christian-Lassen-Straße, der rund 44 Hektar groß ist. Wie das alles aussehen könnte, hat das Kölner Planungsbüro "Haase & Beele" in verschiedenen städtebaulichen Varianten ausgearbeitet.

Deren Gemeinsamkeiten: An der Kölnstraße wird neben Doppel- und Reihenhäusern auch an Geschosswohnungsbau - sowohl öffentlich gefördert als auch freifinanziert - gedacht. Zudem an eine Verlängerung der Bahnlinien. Wobei die CDU sich wünscht, dass die Linie 63 bis zum Nordfriedhof fährt. Die Ideen einer Erweiterung der Linie 61 über die Kölnstraße sollen auch vorgestellt werden. Die Änderungen zu den beiden Buschdorfer Grundstücken sollen nun in den Rahmenplan integriert werden. Auch nach dem Beschluss im Wirtschaftsausschuss ist längst nicht alles auf dem Weg: Bis zum Jahresende beschäftigen sich Hauptausschuss und Umweltausschuss wieder mit dem Thema. Die Politiker der Bezirksvertretung Bonn hatten jüngst verkündet, das Thema erst im Frühjahr 2016 wieder auf die Tagesordnung zu nehmen.