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Kammerorchester Röttgen feiert 50. Jubiläum

Lobeshymne auf den Vereinsgründer : Kammerorchester Röttgen feiert 50. Jubiläum

Spielfreude treibt die Mitglieder des Röttgener Kammerorchesters an, bei Proben und Auftritten ihr Bestes zu geben. Die Anerkennung über die Grenzen des Ortes hinaus ist verdient. Vor 50 Jahren startete Friedrich Hausmann mit einem Quartett. Jetzt steht die Jubiläumsfeier mit zwei Kurzkonzerten an. Eine Festschrift erinnert an musikalische Stationen.

Das Kammerorchester Röttgen (KOR) feiert 50-jähriges Bestehen. Am kommenden Samstag stehen zwei Kurzkonzerte, um 17 und um 19 Uhr in der Thomaskirche auf dem Programm. Festtagsgabe ist zudem eine Chronik. „Er liebte Röttgen, und die Röttgener liebten ihn und sein Orchester“, schreibt Rose Wollgarten im Rückblick über den Gründer Friedrich Bernhard Hausmann. Ulrike Krüsmann erinnert zusammen mit ihren Vorstandskolleginnen Gerbera Nalbach und Annette Zipfel in ihrer Einführung zu „50 Jahre KOR“ an die Anfänge des Orchesters in Hausmanns Wohnzimmer, wo zunächst im Quartett gespielt wurde. Es habe aber so viele Anfragen zum Mitmachen gegeben, dass daraus ein ganzes Orchester wurde, erzählt Krüsmann.

Sie zollt Hausmann Respekt, dass er die „Riesenaufgabe“ die ersten vierzig Jahre ganz alleine meisterte. Nach ihm übernahm Adolf Wittkowski bis 2015 dieses Amt und legte den Grundstein für die Zusammenarbeit des KOR mit jungen Talenten der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Diese bis heute andauernde erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Studierenden erweiterte das Repertoire des Orchesters in der Instrumentalmusik und sicherte im altersbedingten Generationswechsel neue Mitspielerinnen und Mitspieler.

„Das Kammerorchester Röttgen ist der Zusammenschluss passionierter Musikliebhaber“, fasst Adolf Wittkowski zusammen. Von Anfang an habe das seine Aufgabe in der Pflege der geistlichen Musik in beiden Röttgener Kirchengemeinden gesehen. Zeitgleich und in enger Kooperation entstand mit dem KOR auch der Kammerchor Röttgen unter Leitung von Pius Melchior von Borries. „Im Sommer 1970 probten in zwei Wohnhäusern zeitgleich hier ein Streichquartett unter Hausmann und dort ein fünfzehnköpfiger gemischter Chor unter meiner Leitung“, erinnert sich von Borries. Es sei eine enge Liaison gewesen, so der Chorleiter. Denn unter den Frauenstimmen waren auch die Ehefrauen der Instrumentalisten und des Dirigenten. Er selbst hatte zuvor bereits als Cellist mit Hausmann im Quartett zum „großen wechselseitigen Vergnügen“ gespielt.

Erster Auftritt in der Venantius-Kapelle

In der Röttgener Venantius-Kapelle traten sie im Oktober 1970 mit einer Mozartschen Kirchensonate, einem Haydn-Streichquartett und Mozarts Missa brevis in B erstmals vereint vors Publikum. „Es war der Beginn einer höchst fruchtbaren musikalischen Zusammenarbeit“, so von Borries, sowohl . Es sei sowohl für alle Beteiligten fruchtbar gewesen, wie auch für den „aufstrebenden Ort Röttgen“, der damals nicht zu Bonn, sondern noch zum Amt Duisdorf gehörte. In Gottesdiensten und zahlreichen Aufführungen großer Werke der Kantaten- und Oratorien-Literatur wirkten Orchester und Chor mit seinen Chorleitern von Borries, Marc Mönig, Ursula Stamp und Anke Lehmann mit.

Nach Hausmanns Tod übernahm Jan-Paul Reinke 2009 die künstlerische Leitung. Das Orchester traf auf einen Dirigenten, der etwa halb so alt war, wie es selber, und der immer noch „wunderbaren musikalischen Momenten und menschlichen Begegnungen“ schwärmt. Auch Nachfolger Nicolas Kierdorf, der 2017 das Dirigat des KOR bis 2017 übernahm, verbindet „ganz viele wunderbare Erinnerungen“ mit dem Orchester. Noch im gleichen Jahr sprang Dirigentin Yoorina Bae eigentlich kurzfristig ein - und blieb. Mit wenig Worten, viel Energie und zwingendem Dirigat hatte sie damals wie heute das Orchester auf ihrer Seite.

Zwei Festkonzerte gibt das Kammerorchester Röttgen zum 50-jährigen Bestehen am Samstag, 25. September, in der Thomaskirche, Herzogsfreudenweg 44. Beginn ist um 17 und um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. 3G-Dokumentation und Mund-Schutz sind erforderlich). Auf dem Programm stehen: Ludwig van Beethoven, Klavierkonzert Nr. 3 in der Bearbeitung von Vincenz Lachner (1881) für Streicher. Johann Sebastian Bach, Contrapunctus I.Dirigentin ist Yoorina Bae, der Pianisten Konstantin Zvyagin.