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NRW-Integrationsminister Joachim Stamp: Kanzelrede in der Bonner Kreuzkirche

NRW-Integrationsminister Joachim Stamp : Kanzelrede in der Bonner Kreuzkirche

NRW-Integrationsminister Joachim Stamp warb in seiner Ansprache für Kraft und Besonnenheit und erinnerte an das Bibelwort "Fürchte dich nicht!"

Die Kanzelrede in der Kreuzkirche ist immer persönlich und immer dicht am Leben und Denken ihrer Redner. Am Sonntagabend spielte auch die Politik eine Rolle. Joachim Stamp, FDP-Politiker aus Röttgen, erzählte von seinem Leben als Politiker und Christ, der Verantwortung des Amtes, eigenem Zweifeln und von seinem Großvater. Der Rede würdig und ebenso berührend spielte das Orchester der Kreuzkirche. Die Musiker griffen den Titel der Kanzelrede „Kraft – Liebe – Besonnenheit“ auf und spielten Stücke voller Kraft und Optimismus. Einstimmend begann der Abend mit dem „Konzert für Viola“ von Georg Philipp Telemann.

„Selten habe ich mich über eine Einladung so gefreut“, sagte Stamp. Schon der Großvater http://www.ga.de/bonn/stadt-bonn/Kanzelrede-in-der-Bonner-Kreuzkirche-article3989189.html und Theologie an der Universität Bonn gelehrt. „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“, zitierte der Landtagsabgeordnete und stellvertretende NRW-Ministerpräsident zu Beginn aus dem ersten Brief von Paulus an Timotheus.

Kraft , Liebe und Besonnenheit

Es benötige Kraft, sich von Hetze und Terrorismus nicht einschüchtern zu lassen. Es brauche aber auch Liebe, um denen, die Ängste haben, Politik zu erklären und sie nicht sofort zu verurteilen. Und es brauche Besonnenheit, um klare Regeln und Ordnung durchzusetzen. So übertrug Stamp den Bibelvers auf seine politische Agenda. „Auch in meiner evangelischen Kirche diskutiere ich darüber. Denn der Geist der Besonnenheit kommt mir dabei etwas zu kurz.“

Es habe Zeiten in Deutschland gegeben, da sei Furcht Teil des Alltags gewesen. „Wahrer Glaube misst dich daran, wie man Verfolgten begegnet“, zitierte Stamp aus einer Predigt seines Großvaters aus der Zeit des Nationalsozialismus. Dieser hatte damals – ohne Namen zu nennen aber unmissverständlich – vor einer Gemeinde die Inhaftierung zweier jüdischer Mädchen kritisiert. Zu oft vergesse man, dass man in Deutschland heute in einer guten, sicheren Zeit lebe.

Stamp benannte auch die eigene Furcht: „Kannst du dem Job gerecht werden? Bist du nicht zu selbstgerecht? Was kannst du deiner Familie zumuten?“, frage er sich manchmal. „Fürchte dich nicht“ stehe 365 Mal in der Bibel. Einmal für jeden Tag. Mit dem Stück „Streicher“ von Telemann beschloss das Orchester den Abend.