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Karneval in Bonn: Virtuelle Karnevalssitzung des GA

Im Livestream : Das war die GA-Karnevalssitzung dieser Session

Ganz ausfallen sollte Karneval nicht. Deshalb hat der General-Anzeiger am Karnevalssonntag eine Online-Karnevalssitzung auf die Beine gestellt. Die Moderatoren Holger Willcke und Willi Baukhage führten durchs Programm.

Als GA-Redakteur Holger Willcke und sein Co-Moderator Willi Baukhage dreimol Alaaf ausrufen, kommt nur das Echo zurück. In der Alten Rotation, einer großen Halle direkt neben dem Redaktionsgebäude, stehen nur vier Kameras und Helfer, die sie bedienen. So sieht Karneval in der Session 2020/21 aus: Digital und mit jeder Menge Abstand. Statt eines bunten Empfangs gibt es eine Online-Sitzung.

Das ist für alle Beteiligten etwas komplett Neues, „aber einfacher als erwartet“, sagt Willcke, der schon als Bonner Prinz durch die Altstadtgassen gezogen ist. „Allerdings konnte ich nicht auf Reaktionen des Publikums eingehen, was die Moderation in der Regel lebendiger macht. Das ist jedenfalls meine Erfahrung als Schultheiß“, erzählt er. Am meisten hat ihm die Nähe zu den Jecken, aber auch den Künstlern gefehlt. „Beides puscht den eigenen Adrenalinspiegel. Dennoch: Besser eine aufgezeichnete Karnevalssitzung als gar keine.“

Die GA-Karnevalssitzung 2021

Das ist auch der Grund, warum Jörg Manhold, Leiter des GA-Bereichs Region, der sonst mit der Quetsch auf der Bühne steht und singt, den Anstoß zur Online-Sitzung gegeben hat. „Das ist kein voller Ersatz, aber er ist ein wichtiges Lebenszeichen. Und es ist schön, alle Akteure mal wiederzusehen.“ Er steht bei den Aufnahmen im Hintergrund und organisiert das Programm. All die eingeübten Mechanismen, vom Zeitfenster beim Auftritt bis zur Interaktion mit dem Publikum, gibt es diesmal nicht. „In all das musste man sich nun reindenken und sich vorstellen, wie es sein könnte.“

So schaltet sich die Bönnsche Band „De Köbesse“ aus dem Probenraum neben einer Alfterer Werkstatthalle hinzu und spielt alte (und hoffentlich bald neue) Sessionshits. In einer normalen Session hätten die fünf Männer kaum eine freie Minute, geprobt wird direkt auf der Bühne. Im Jahr stehen sie rund 100 Mal vor Publikum, allein an Karneval 75 Mal – nebenberuflich. „Aber jetzt in der Corona-Krise sind wir froh, dass wir nicht von unseren Auftritten leben müssen“, sagt Sänger Roger Moore. Von mieser Stimmung ist keine Spur, sie nehmen die Situation rheinisch-gelassen. Das neue Sessionslied „Zesamme“ wird vorübergehend in Online-Formaten und bei Auto-Konzerten gespielt.

De Huusmeister vum Bundesdaach (Axel Foppen und Frank Fander) profitieren sogar vom Karnevalsstream des GA: Eine bessere Requisite als einen echten Heizungskeller haben sie noch nie gehabt. Sie präsentieren nichts aus der Konserve, sondern brandaktuelle Schlager: Statt Country Roads heißt es „Office at home, statt Büro, janz entspannt, em leejestohl“. Auch Schäng und die Bönnschen Pänz haben ein Video für die GA-Leser aufgenommen. Zudem schaltet sich Karnevals-Urgestein Willi Armbröster aus seinem Wohnzimmer dazu.

Was darf neben Musik und Büttenrede nicht fehlen? Richtig, der Tanz. Das Tanzpaar der Bonner Ehrengarde Franziska Suhr und Patrick Reichelt und die Prinzengarde Vilich-Müldorf präsentiert coronokonforme Akrobatik mit einem Best-of der vergangenen Session. Zudem gibt es jecke Grüße von den Tollitäten aus der Region – mit dem Wunsch, das Brauchtum zu erhalten und in der nächsten Session wieder so zu feiern, wie man es all die Jahre gewohnt war.