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Karnevalsgipfel in der Landeshaupstadt: Straßenkarneval und große Sitzungen in NRW abgesagt

Straßenkarneval und Sitzungen abgesagt : Alkohol- und Verweilverbote am 11. November in NRW möglich

Die Festausschüsse der Karnevalshochburgen Bonn, Köln, Düsseldorf und Aachen lehnen Großveranstaltungen ab. Staatssekretär Nathanael Liminski: „Gesellige Karnevalsveranstaltungen sind nicht möglich.“

Große Karnevalsveranstaltungen und Straßenumzüge wird es in dieser Session im Rheinland nicht geben: Diesen Vorschlag haben die großen Festausschüsse in den Städten Bonn, Köln, Düsseldorf, Aachen (die sogenannten ABCD-Städte) und der Bund Deutscher Karneval (BDK) der NRW-Landesregierung beim Karnevalsgipfel in der Staatskanzlei unterbreitet. Das sagte der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, am Freitagabend in Düsseldorf nach einem Gespräch mit der Landesregierung. „Gesellige Karnevalsveranstaltungen sind nicht möglich“, erklärte auch Staatssekretär Nathanael Liminski. Kleine „Kulturveranstaltungen“ mit Bühnenprogramm könnten dagegen in Übereinstimmung mit den Corona-Regeln möglich sein.

Bei dem Treffen plädierten die Vorstände der jeweiligen Dachverbände wegen der anhaltenden Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens dafür, sämtliche Großfeste wie den Auftakt am 11. November, die Karnevalssitzungen, -bälle und partys an den jecken Tagen von Weiberfastnacht bis Veilchendienstag im Februar kommenden Jahres nicht stattfinden zu lassen. Sie fordern die Landesregierung auf, den Kommunen am 11. November Alkoholverbote und gegebenenfalls Verweilverbote zu empfehlen.

Wie die Vorsitzende des Bonner Festausschusses, Marlies Stockhorst, und ihr Stellvertreter Stephan Eisel dem GA nach dem Gespräch sagten, stünde „der Gesundheitsschutz für uns an oberster Stelle“. Für die Dach­verbände sei außerdem wichtig, für Vereine, Veranstalter und Künstler Planungssicherheit zu schaffen. Finanzielle Auswirkungen ließen sich nur gemeinsam bewältigen.

Keine komplette Absage des Karnevals

Als Absage des kompletten Karnevals seien die Vorschläge aber nicht zu verstehen, zumal es private Feiern geben könnte, auf die der Festausschuss keinerlei Einfluss habe. Zudem sehen die Festausschüsse Spielräume für Veranstaltungen bis zu 150 Personen, die die derzeit gültige Corona-Schutzverordnung als „Veranstaltung mit vornehmlich geselligem Charakter“ unter den bekannten Hygienevorschriften zulässt. „Der Dreiklang heißt: dürfen, können, wollen“, sagte Eisel. Zunächst sei zu klären, was rechtlich möglich ist. Dazu habe das Gespräch mit Liminiski gedient. Die Staatskanzlei will das Papier am kommenden Mittwoch dem Landeskabinett vorlegen.

Im Anschluss könnten Veranstalter, Hotels, Gaststätten und Künstler klären, wie mit bereits geschlossenen Verträgen verfahren wird, wenn die Veranstaltungen ausfallen sollten. „Die Verträge sehen ganz unterschiedlich aus. Nach unserer Kenntnis gibt es große Bereitschaft von allen Seiten, individuelle Lösungen zu finden. Man will ja auch in den nächsten Jahren miteinander zusammenarbeiten“, sagte Eisel.

Großer Karneval wird in dieser Session nicht stattfinden: Staatssekretär Nathanel Liminski (l.) und Christoph Kuckelkorn vom Festausschuss Kölner Karneval auf dem Weg zur Pressekonferenz nach dem Karnevalsgipfel. Foto: dpa/Roland Weihrauch

Veranstalter haben nun Planungssicherheit

Bei Vertretern der großen Bonner Karnevalsgesellschaften kamen die Nachrichten aus Düsseldorf am Freitagabend gut an. Als Veranstalter großer Sitzungen, etwa mit 2500 Gästen im Hotel Maritim, hatten sie in den vergangenen Wochen auf eine generelle Absage von Großveranstaltungen durch die Landesregierung gedrungen. Sie hatten Sorge, auf möglichen Regressforderungen von Künstlern sitzen zu bleiben. „Es ist gut, dass wir hoffentlich bald Planungssicherheit bekommen“, sagte Wolfgang Orth, Kommandant der Stadtsoldaten, der seine Kernforderungen mit der vorgeschlagenen Lösung als grundsätzlich erfüllt ansieht. Ebenso sieht es Thomas Janicke, Kommandant der Ehrengarde: „Jetzt können wir uns gemeinsam Gedanken machen, wie die Ausfälle der Künstler zumindest gelindert werden können“, sagte er.