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Karnevalszug und Martinszug in Bonn-Kessenich abgesagt

Wegen Corona-Auflagen : Kessenicher sagen Karnevalszug und Martinszug ab

Wegen der Auflagen während der Corona-Pandemie sagen die Kessenicher ihren Karnevals- und Martinszug sowie den Herbstmarkt ab. Auch das Poppelsdorfer Straßenfest im September fällt in diesem Jahr aus.

Nach den Endenichern haben nun auch die Kessenicher ihren Vierdelszug im Karneval abgesagt. Doch noch weitere beliebte Veranstaltungen im Ort fallen aus, wie der Ortsausschuss nach seiner Jahresversammlung am Dienstag mitteilt: der Herbstmarkt und der Martinszug.

„Es tut uns allen Leid, dass wir so reagieren mussten. Wir sind ja auch mit viel Herzblut dabei“, sagt Wilfried Becker, Geschäftsführer des Ortsausschusses. Zumal es der 25. Karnevalszug gewesen wäre. Angesichts immer neuer Vorschriften während der Corona-Pandemie sei es unmöglich geworden, zu planen. „Wir müssen zum Beispiel Kapellen bestellen und Absperrungen einrichten. Die Auflagen der Stadt sind nicht unerheblich“, sagt Becker. Immerhin handle es sich um den drittgrößten Zug der Stadt mit bis zu 45.000 Zuschauern. „Es geht um die Gesundheit der Leute. Beim Zug kann man keine Sicherheitsabstände einhalten“, so der Geschäftsführer. Nach ein paar Bier fliege dann schnell mal die Maske weg oder die Jecken nähmen sich in die Arme. Außerdem sei es an der Nikolauskirche vergangenes Jahr, wo sich rund 300 teils noch recht junge Jugendliche trafen, zu Problemen mit Alkohol gekommen. „Das kriegt man nicht in den Griff“, heißt es beim Ortsausschuss. Es gebe jetzt schon die Auflage, ein Notfallzelt und Absperrungen aufzubauen.

„Das Herz blutet ohne Ende“, sagt Evi Mielke vom Stadtmarketing Kessenich zum abgeblasenen Herbstmarkt. Auch da gebe es Planungsunsicherheit, weil mindestens 8000 Besucher kämen. „Wir müssten überall Eingangskontrollen machen, damit nur eine gewisse Zahl Leute auf den Markt kommt“, sagt Mielke. Das sei nicht machbar. „Die Verantwortung ist uns zu groß, wenn etwas passiert.“ Da es der 40. Herbstmarkt gewesen wäre, „hatten wir Großes vor“, so Mielke. Sie verspricht aber: „Wenn klar werden sollte, dass größere Ansammlungen möglich sind, werden wir kurzfristig noch was stemmen.“ Was den Martinszug angeht, will Sankt Martin wenigstens die Kinder in den Schulen und Kitas besuchen. Doch Weckmänner darf er laut Becker nicht verteilen, weil die einzeln verpackt werden müssten.

Unzählige Besucher kommen in der Regel auch zum Poppelsdorfer Straßenfest auf engstem Raum zusammen, das so unter die Coronaschutzverordnung fallen würde. Solche Veranstaltungen sind bis mindestens 31. Oktober untersagt. Als das bekannt wurde, war für den Ortsbund klar, das Fest am 19. September abzusagen, wie es der Vizevorsitzende, Salah Cheko, mitteilt. „Wir wollen es vielleicht nächstes Jahr nachholen und dann zwei Feste stattfinden lassen“, meint er.