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Bonner Streuobstwiesen geplündert: Keine Spur von den Dieben der vier Tonnen Äpfel

Bonner Streuobstwiesen geplündert : Keine Spur von den Dieben der vier Tonnen Äpfel

Wer die knapp vier Tonnen Äpfel auf den Streuobstwiesen in Ückesdorf, Schwarzrheindorf und Geislar geerntet hat, wird sich wohl trotz einer Anzeige der Bonner Stadtverwaltung nicht lückenlos klären lassen.

Vermutlich haben Passanten in den vergangenen Wochen immer wieder an die Äste gegriffen und Äpfel von den Bäumen auf den städtischen Streuobstwiesen mitgenommen. Der Stadtförsterei war erst in dieser Woche aufgefallen, dass fast alle der 40 Apfelbäume keine Früchte mehr trugen.

Die lange geplante Pflückaktion an diesem Samstag musste deshalb abgesagt werden. Nur noch wenige Bäume in Ückesdorf tragen Äpfel – zu wenig, um dafür die Bonner zum Pflücken einzuladen. „Es ist grundsätzlich eine gute Entwicklung, dass lokales, regionales Streuobst wieder Abnehmer und begeisterte Fans findet“, sagt Markus Schmitz vom Bonner Presseamt.

Die Streuobstwiesen seien extra so angelegt, dass sie für jeden zugänglich sind – für Menschen wie für Tiere. „Es sollte allen Nutzern bewusst sein, dass ein Abernten ganzer Bestände durch einzelne Personen nicht im Sinne aller interessierten Bürger sein kann“, sagt Schmitz. Deshalb hat die Stadt nun Anzeige erstattet. Denn ohne Genehmigung der Verwaltung niemand das Obst von den Bäumen holen.

Heruntergefallenes Obst darf mitgenommen werden

Dass die Äpfel im großen Stil geerntet und anschließend mit Hängern abtransportiert wurden, dürfte unwahrscheinlich sein, was auch Renate Graf glaubt. Die 81-jährige Rentnerin, die zwei- bis dreimal die Woche den Fußweg vom Brüser Berg zum Friedhof in Ückesdorf, vorbei an den Streuobstwiesen läuft, hat in den vergangenen Wochen immer mal wieder Familien mit Kindern beobachtet, die sich in Beuteln Äpfel für zu Hause mitgenommen haben. „Teilweise wurde das Obst auch mit Stöcken aus den Bäumen geschlagen“, erzählt sie. Das ist laut Stadtförsterei verboten, weil die Äste dadurch beschädigt werden und im Folgejahr nicht so viele Früchte tragen können.

Grundsätzlich darf man laut Stadt heruntergefallenes Obst aufsammeln und auch an einigen Bäumen pflücken. „Alle Obstbäume in städtischen Parkanlagen, zum Beispiel im Grünzug Nord oder an der Apfelallee am Venusberg, dürfen ohne Rückfragen gerne genutzt werden“, sagt Markus Schmitz. Allerdings nur für den Eigengebrauch und in kleinen Mengen.

Damit im kommenden Jahr nicht erneut die Obstwiesen vor der Bürgerernte leer sind, will die Stadt Hinweisschilder aufstellen. Zusätzliche Zäune soll es hingegen nicht geben, bislang sind nur wenige Streuobstwiesen geschützt. „Aber generell gilt doch: Auch nicht eingezäunte Felder gehören in der Regel jemandem und man darf sich nicht einfach bedienen“, so Schmitz.