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Bonner SPD wählt Spitzenkandidaten: Kelber soll wieder in den Bundestag

Bonner SPD wählt Spitzenkandidaten : Kelber soll wieder in den Bundestag

"Schickt den Uli wieder nach Berlin." Das hatte das SPD-Urgestein Franz Müntefering ein Jahr vor der Bundestagswahl 2009 der Bonner SPD zugerufen. Sie ließ sich das nicht zweimal sagen. Am Freitagabend warb Parteichef Sigmar Gabriel für Kelber.

"Er ist einer der klügsten und engagiertesten Politiker im Bundestag", sagte der Bundesparteichef. Er war überraschend auf der Wahlversammlung im Brückenforum für den verhinderten Gastredner Peer Steinbrück eingesprungen.

Und auch dieses Mal konnte Kelber sich eines beinahe einstimmigen Zuspruchs seiner Genossen sicher sein: 138 von 144 stimmten für ihn und kürten damit den stellvertretenden SPD-Bundestagsfraktionschef erneut zum Spitzenmann für die Bundestagswahl 2013. Vier stimmten mit Nein, zwei enthielten sich.

Kelber hatte bei der Wahl 2009 als einziger Kandidat in Bonn mit seinem Erststimmenergebnis weit über dem der Zweitstimme gelegen (55 000 zu 37 000). Sein Abstand zu seinem damaligen Mitbewerber Stephan Eisel (CDU) lag bei etwas mehr als zwei Prozentpunkten. Bereits seit zwölf Jahren sitzt der fünffache Vater im Bundestag. 2000 rückte er über die Landesliste für Rudolf Dreßler nach. Seit 2002 hat er bereits drei Mal die bis dahin als sicher geltende CDU-Hochburg, den sogenannten Adenauer-Wahlkreis, direkt geholt. Sein bestes Ergebnis erzielte er bei der Wahl 2005, als er 42 Prozent der Erststimmen holte.

Sein Ziel für das nächste Jahr: Nicht nur erneut den Wahlkreis direkt zu holen, sondern mit seiner Fraktion auch die Regierungsverantwortung zu übernehmen. Seine Kritik an der Merkel-Regierung schloss er spöttisch: "Das ist die schlechteste Regierung, seitdem die Reptilien ans Land gekrochen sind", sagte er unter viel Gelächter. Beim Thema Bonn/Berlin wurde er wieder ernst. Er fühle er sich von seinen regionalen Abgeordnetenkollegen aus CDU und FDP alleingelassen, sagte er. "Sie lassen zu, dass Thomas de Maizière systematisch am Bundestag vorbei das Berlin/Bonn-Gesetz bricht."