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Feste in Graurheindorf: Kirmes, kickende Kinder und fröhliches Paddeln

Feste in Graurheindorf : Kirmes, kickende Kinder und fröhliches Paddeln

Die Graurheindorfer Kirmes hat begonnen. Parallel dazu gab es zwei Ereignisse im Stadtteil: Die Einweihung des neuen Dorf- und Spielplatzes am Samstag und das Stiftungsfest des Ruderclubs Blau-Weiß Bonn am Sonntag.

Eigentlich ist es noch zu früh zum Feiern: Weder Spiel- noch Dorfplatz an der Karl-Legien-Straße sind fertiggestellt. Dennoch hatte der Ortsausschuss kurz vor der offiziellen Kirmeseröffnung zu einem Umtrunk geladen. Der OA-Vorsitzende dankte am Samstagnachmittag besonders Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch dafür, dass der Dorfplatz jetzt einen Rasen-, statt eines Schotterbelags hat. "Wir hoffen ganz dringend, dass auch der zweite Teil umgesetzt wird", meinte Anwohnerin Anja Stenvert. Geplant seien auch eine Hecke, acht Bäume, ein Zaun und ein steinernes Rondell mit Sitzbänken, sagte der frühere OA-Vorsitzende Markus Laabs. Ihn stören besonders die Brombeersträucher an der Rheinseite. "Da ist Nato-Draht drin." Wer hineingerate, sei verloren.

Dorf- und Spielplatz wurden eingeweiht

Rund 170 000 Euro habe das Dorf- und Spielplatzprojekt schon verschlungen, sagte Adi Eickhoff, davon 120 000 Euro von der Stadt, der Rest vom Investor des Wohnbauprojektes dort. Der erste Rasenplatz sei eine Fehlplanung gewesen: "Sie hatten die Drainage drunter vergessen und mussten alles wieder aufbuddeln." Jetzt kann man darauf immerhin schon Fußball spielen - immer schön um die Hundehaufen herum: Es fehlen Schilder, die Hundebesitzer darauf hinweisen, dass die Wiese keine Toilette für ihre Vierbeiner ist.

Der Spielplatz kann sich zwar schon sehen lassen, aber die alte Feuerwehrgarage stört. Laabs ärgerte, dass die noch da war. "Es gibt eine Beschlusslage, dass sie versetzt werden soll." Das werde bislang aber nicht umgesetzt. An diese Stelle sollen eigentlich Klettergeräte für größere Kinder. Südlich vom Feuerwehrhaus soll eine Doppelgarage für Feuerwehrfahrzeuge entstehen. Bevor die nicht einsatzbereit ist, kann die alte Garage nicht weg.

Stiftungsfest zum 85-jährigen Vereinsbestehens

Das Wichtigste beim Zehner-Canadier-Fahren ist es, den Rhythmus einzuhalten. Das Zweitwichtigste: niemanden die Paddel um die Ohren hauen. Und dann muss man nur noch durchhalten. Das Paddeln gegen den Strom war dabei nicht mal das Schlimmste: Die Hitze machte den Teilnehmern trotz spritzenden Rheinwassers zu schaffen.

Dennoch machten viele Gruppierungen mit bei dieser beliebten Aktion im Rahmen des Stiftungsfestes zum 85-jährigen Vereinsbestehens. 30 Teams traten gegeneinander an, darunter Ortsvereine, Parteien und Einwohner. Erstmals machten auch Beueler Karnevalisten mit, und die Große Dransdorfer Karnevalsgesellschaft war nach jahrelanger Abstinenz wieder dabei. Die Damenmannschaft des Clubs, die sich in ein Steampunk-Outfit gehüllt hatte, lag nach ihrem Rennen mit einer Zeit von 3:43 Minuten vorne, aber danach legten sich die Teams richtig ins Zeug: Der Lauftreff "Immerwigger" war mit 3:17 Minuten schnellste Mannschaft, das Wasserballett der KG Wiesse Müüs mit 3:38 Minuten schnellste Damen. Auch das schönste Kostüm wurde wieder gekürt. 2014 hatten sich die "spontanen Nachbarn" noch als Kritik am SolarWorld-Parkplatz als Sonnen verkleidet. Dieses Jahr gingen sie ganz unpolitisch als "Rockabillys" - und überließen den Sieger-Sekt ihren Ehefrauen, den "charmanten Nachbarn", die in "Rockabellas"-Kleidern fuhren und für ihre Frisuren extra eine Friseurmeisterin engagiert hatten.

Am Montag wird weiter gefeiert: Ab 14.30 Uhr im "Lager 7" am Bootshaus, Estermannufer 1, mit einem Kaffeeklatsch, ab 17 Uhr gibt es auf dem Vereinsparkplatz Mertensgasse "Gebrannten" nach altem Rezept, mit dem man einst die Pest bekämpfte. Außerdem gibt es Partymusik mit einem Live-DJ. Auch die Kirmes geht auf dem Dorfplatz noch bis abends weiter.