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Kirschblüte in Bonn: Verstöße gegen Maskenpflicht und Abstandsregeln

Andrang in der Altstadt in Bonn : Viele Besucher der Kirschblüte missachten die Maskenpflicht

Tausende Besucher hat die Kirschblüte am Wochenende in die Altstadt gelockt. Dort wurde es zeitweise eng. Die Stadt sieht weiterhin von Straßensperrungen ab und setzt auf die Maskenpflicht. Nicht alle Besucher halten sich daran.

Die Kirschblüte hat am Wochenende tausende Besucher in die Altstadt gelockt. Vor allem in der Heerstraße und in der Breite Straße wurde es zwischenzeitlich voll. Die Stadt sieht dennoch weiterhin von Straßensperrungen ab und verlängert die Maskenpflicht bis Ende April.

Obwohl die Zahl der Menschen weiter steigt, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, schoben sich die Besucher durch die Straßen der Altstadt. Verschärft wurde die Situation durch viele Autofahrer, die wohl unter den blühenden Bäumen herfahren wollten. Besucher und Fotografen konnten häufig die Mindestabstände nicht einhalten. Besonders am Eingang zur Altstadt drängten sich viele Menschen, um den blauen Torbogen abzulichten.

Größtenteils wurde die vor Ort geltende Maskenpflicht eingehalten. Das Ordnungsamt musste aber häufig einschreiten, weil viele Besucher ihren Mundschutz abnahmen, um für Fotos zu posieren. Auch zum Trinken und Essen nahmen einige Passanten ihre Masken ab. Carsten Sperling vom Stadtordnungsdienst sagt dazu: „Die Vorgabe bezüglich der Maskenpflicht wird größtenteils eingehalten, vereinzelt müssen die Einsatzkräfte die Bürger auf die bestehende Maskenpflicht hinweisen, was bislang ausreichte.“ Demnach wüssten vereinzelte Besucher nicht, dass die Maske auch nicht für den Verzehr von Speisen und Getränken, den Tabakkonsum oder zum Fotografieren abgenommen werden darf. „Hierauf wird dann besonders geachtet und darauf hingewiesen.“

Und in der Tat: Als am Samstagnachmittag in der Heerstraße eine Frau für ein Foto ihre Maske abnahm, ermahnten städtische Mitarbeiter sie sofort. Selbiges geschah auch am Sonntagmittag, als eine Jugendliche ihre Maske in der Breite Straße abgesetzt hatte. Von Bußgeldern habe man aber noch abgesehen, berichtet Sperling. „Bisher mussten keine Anzeigen im Bereich der Kirschblüte gefertigt werden.“ Wer sich allerdings vehement der Maskenpflicht widersetze, müsse mit einem Bußgeld von 50 Euro rechnen, warnt der Abteilungsleiter. Für die Kontrollen würden zwei städtische Mitarbeiter permanent in den betroffenen Altstadtstraßen eingesetzt. „Sie werden immer wieder  durch eine zusätzliche Doppelstreife unterstützt“, erklärt Sperling.

Dennoch ließ sich am Wochenende in der Altstadt beobachten, dass es immer wieder eng wurde in den Straßen. Von Straßensperrungen sieht die Stadt aber weiterhin ab, da die jetzt geltende Maskenpflicht der „geringere und ausreichende Eingriff“ in die Freiheitsrechte der Bürger sei. Sperling erklärt: „Bei schönem und trockenem Wetter ist der Bereich der Kirschblüte gut besucht. Bei schlechtem Wetter und Regen gibt es kein großes Besucheraufkommen. Eine zu große Personendichte war aber noch zu keinem Zeitpunkt zu beobachten.“

Vom Regen, der Sonntagmittag einsetzte, ließen sich die Besucher jedenfalls nicht abhalten. Mit Regenschirm und Kaffeebecher in der Hand spazierten viele Schaulustige durch die Altstadt. Ein Verkäufer vom „Lichtblick“ in der Breite Straße freute sich. „Das Wochenende hilft mir ein wenig über die Pandemie hinweg.“ Ein Fahrradfahrer, der durch die Heerstraße fuhr, rief hingegen der Menge zu: „Leute so bekommen wir das Virus niemals in Griff!“ Die Situation werde nun weiter vom Ordnungsamt beobachtet, heißt es. „Es ist nach wie vor unter diesen Umständen nicht beabsichtigt, die Straßen zu sperren.“

Wegen steigender Inzidenzwerte hatte OB Katja Dörner angekündigt, dass die Bonner Schulen ab Montag wieder zum Distanzunterricht übergehen. Auch die Maskenpflicht in der Altstadt wurde bis zum 30. April verlängert.