Bonner Kitas kämpfen gegen Notstand „Das Wort Notgruppe ist bei den Kindern eingebrannt“

Bonn · Viele Kitas in Bonn sind im Dauer-Ausnahmezustand. Darunter leiden sowohl das Personal als auch die Kinder. Um nicht noch mehr Fachkräfte und Qualität einzubüßen, müssten die Gruppen kleiner und die Betreuungszeit kürzer werden, sagen Bonner Kita-Expertinnen.

Iris Ohm leitet eine Kita in Lannesdorf. Die Personalstands-Ampel an der Tür steht schon lange auf „rot“ – das bedeutet Notbetreuung.

Iris Ohm leitet eine Kita in Lannesdorf. Die Personalstands-Ampel an der Tür steht schon lange auf „rot“ – das bedeutet Notbetreuung.

Foto: Benjamin Westhoff

Der Ausnahmezustand „Notbetreuung“ herrscht in vielen Bonner Kitas dauerhaft. „Schöne Erinnerungen sind das im Moment nicht. Das Wort Notgruppe ist auch bei den Kindern inzwischen so eingebrannt“, sagt Iris Ohm, Leiterin einer städtischen Kita in Lannesdorf. Ihr Personal sei mittlerweile von 28 Mitarbeitern auf 18 geschrumpft, fünf Fachkräfte-Vollzeitstellen seien ausgeschrieben. Das Gespräch mit Ohm, den Kita-Leitungen Tjorven Schäfer und Anne Schucht sowie der zuständigen Abteilungsleiterin Sabine Meyer der Stadt zeigt: Die aktuelle Gruppengröße und 45 Stunden Betreuung pro Woche können eigentlich nicht gewährleistet werden. Zum Wohle der Kinder – und um nicht noch mehr Fachkräfte zu verlieren.