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Umweltschutz in Bonn: Klimaneutralität: Wer muss was machen?

Umweltschutz in Bonn : Klimaneutralität: Wer muss was machen?

Das erste von vier Bonn4Future-Foren der Initiative Bonn im Wandel findet im September statt. Daran nehmen auch Bürger teil.

Waldbrände in der Ferne, Flutkatastrophen gleich um die Ecke: All die extremen Wetterereignisse dieses Jahres verdeutlichen, dass klimatechnisch etwas geschehen muss. Im November 2019 wurde in Bonn ein weitreichender Beschluss gefasst: Die Bundesstadt soll bis 2035 klimaneutral werden. Ein Beschluss alleine reicht da aber nicht, und deshalb hat die Initiative Bonn im Wandel zusammen mit der Stadt das Projekt Bonn4Future ins Leben gerufen, das im September das erste von vier Klimaforen durchführt.

Dafür ist es wohl förderlich, dass die Verwaltung derzeit unter grüner Führung arbeitet. Aber, betont Gesa Maschkowski aus dem Vorstand des Vereins Bonn im Wandel, der Antrag und die nahezu einstimmige Beschlussfassung fielen noch in die Ära des damaligen Oberbürgermeisters Ashok Sridharan. „In der Verwaltung gab es Leute, die sich tierisch reingehängt haben“, lobt sie. Am 10. und 11. September geht es los: Dann sollen Bonner Bürger den Pfad erarbeiten, den die Stadt künftig in Sachen Wohnen, Mobilität, Energieversorgung, Landwirtschaft, Natur- und Klimaschutz und in anderen Bereichen gehen soll.

Am Forum nehmen 100 Menschen aus Bonn teil. Dafür hatten die Organisatoren auf das Vorgehen der Stadt bei Bürgerbeteiligung zurückgegriffen: Laut Maschkowski hatte das Einwohnermeldeamt 2000 Bürger zufällig ausgewählt und angeschrieben. „Wir rechneten mit einem Rücklauf von fünf Prozent, es meldeten sich aber doppelt so viele.“ Unter diesen rund 200 Personen wurden die 100 Teilnehmer dann per Los ermittelt. Weitere 50 Plätze werden an Aktive von Initiativen und Institutionen aus Wirtschaft, Bildung, Kultur, Sport und anderen Bereichen vergeben. „Wir wollen dadurch die Perspektivenvielfalt erhöhen.“

Diese 50 bringen natürlich schon Vorstellungen mit sich. Das macht Vereinbarungen notwendig: Die Teilnehmer sollen im Sinne der klimaneutralen Stadt reden und nicht Eigeninteressen verfolgen, erklärt Maschkowski. Die Aktiven müssen ihre Zugehörigkeit bei Redebeiträgen deutlich machen. Und dann ist es Sache der Moderation, Redebeiträge ausgewogen zu verteilen, damit nicht die Aktiven die Bürger übertönen.

Es gibt vier Vorträge, aufgrund derer dann in Gruppen diskutiert wird. „Wir wollen aus Sicht der Bürger wissen: Wer muss was tun, damit Bonn klimaneutral ist“, so Maschkowski. „Das ist bislang ja nicht klar.“ Man sammelt Ideen, diskutiert ihre mögliche Umsetzung, und im Nachgang werden die Ergebnisse ausgewertet. Damit richte man sich für die weiteren Foren aus, die 2022 – zwei im März, eins im Juni – durchgeführt werden. Dann geht es ins Eingemachte.

Der Sinn und Zweck der durch die Bonner Uni wissenschaftlich begleiteten Foren sei, die Diskussion aus den Ausschüssen in die Öffentlichkeit zu verlagern, erklärt sie. Am Ende sollen nicht nur Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft stehen: Die Verwaltung hat sich zur Umsetzung verpflichtet. Das Konzept, berichtet Maschkowski, habe auch andere Städte neugierig gemacht. „Wir haben Anfragen etwa aus Bielefeld und Kassel, wie das gemacht wird.“

Es werden noch Aktive gesucht. Mehr Infos gibt es auf www.bonn4future.de.