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Klimanotstand in Bonn: Autofreier Tag und E-Ladestationen geplant

Maßnahmenkatalog vorgestellt : Stadt Bonn plant autofreien Tag für den Klimaschutz

Im Juli hat der Bonner Stadtrat den Klimanotstand für Bonn verhängt. Am Mittwochmittag präsentierten Oberbürgermeister Ashok Sridharan und der Stadtbaurat Helmut Wiesner einen Maßnahmenkatalog. Im Gespräch ist auch ein autofreier Tag in Bonn.

Massiver Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Bonner Dächern, mehr begrünte Fassaden, Fahrradgaragen, mehr E-Ladestationen, Verzicht auf Einweggeschirr bei Veranstaltungen, ein autofreier Tag in Bonn, keine Dienstreisen im Inland mit dem Flugzeug, günstigere Job-Tickets, der Ausbau der städtischen E-Fahrzeugflotte und, und, und: Fünf Millionen Euro sollen auf Vorschlag der Stadtverwaltung im Doppelhaushalt 2021/2022 als Anschubfinanzierung für die Umsetzung der rund 150 Einzelprojekte zum Klimanotstand in Bonn bereitgestellt werden. Den Maßnahmenkatalog stellten Oberbürgermeister Ashok Sridharan, Stadtbaurat Helmut Wiesner und der städtische Umweltexperte Achim Helbig am Mittwochnachmittag vor.

Sridharan zufolge könnten einige Maßnahmen sogar schon unmittelbar umgesetzt werden. Für andere Projekte könnten aus diesem Budget eine vertiefende Planung finanziert und die zur Umsetzung notwendigen Investitionsmittel bemessen werden.

„Der Ausrufung des Klimanotstandes müssen jetzt schnell Taten folgen. Bewusst haben wir deswegen einen Ansatz gewählt, der es uns ermöglicht, direkt aktiv zu werden“, sagte der OB. Aber: „Uns allen muss auch klar sein, der Maßnahmenkatalog ist nicht der Königsweg. Er kann nur ein erster Schritt sein, damit die Stadt Bonn bis 2035 klimaneutral wird. Wir sind damit noch lange nicht am Ende der Fahnenstange, viele weitere Maßnahmen müssen folgen.“

Auf langjährige Erfahrung aufbauen

Wiesner fügte hinzu, die Stadtverwaltung könne dabei auf langjährige Erfahrung und den bereits in Bonn etablierten Strukturen aufbauen, um sich den zunehmenden Herausforderungen des Klimawandels zu stellen. Als Beispiel nannte Wiesner den Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Bonner Dächern, die bei Neubauten, wo die Stadt Bonn etwa über Bebauungspläne Einfluss nehmen könne, möglichst verpflichtend werden sollen.

Andernfalls müssten die Bauherren nachweisen, dass die Installation einer solchen Anlage unwirtschaftlich sei. Stadtbaurat Wiesner räumte ein, dass viele der vorgeschlagenen Projekte auf dem Papier noch unkonkret und theoretisch wirkten und noch „mit Leben“ gefüllt werden müssten. Auch müssten viele Maßnahmen vorab vom Stadtrat, der sich mit dem Katalog in seiner nächsten Sitzung am 6. Februar in einer ersten Lesung befassen wird, beschlossen werden. „Ich hoffe sehr, dass der Rat unseren Vorschlägen folgt. Wir wollen nicht über Verbote, sondern vielmehr über Anreize die Menschen zu mehr Klimaschutz bewegen“, betonte Sridharan.

Im vorigen Sommer hatte der Bonner Stadtrat beschlossen, eine Resolution zur Ausrufung des Klimanotstandes zu unterstützen. Damit bekräftigt die Bundesstadt Bonn neben vielen anderen Kommunen, dass Klimaschutz im kommunalen Handeln höchste Priorität haben muss.