Preisverleihung der Stadt Diese Initiativen engagieren sich für Klimaschutz in Bonn

Bonn · Eine Initiative organisiert Fahrradspenden für Kinder, eine andere eine „Leihbar“ für Gegenstände. Am Mittwoch hat die Stadt zum zweiten Mal den Bonner Klima-Preis an sechs Gruppen verliehen. Das sind die Gewinner.

Die Stadt Bonn hat den Klima-Preis zum zweiten Mal im Alten Rathaus verliehen.

Die Stadt Bonn hat den Klima-Preis zum zweiten Mal im Alten Rathaus verliehen.

Foto: Meike Böschemeyer

Eine Bibliothek, in der es keine Bücher, sondern andere Gegenstände vom Tennisschläger bis zum Crêpemaker gibt, hat beim zweiten Bonner Klima-Preis gewonnen. Das Projekt „Leihbar“ machte den ersten Platz. Mit ihr zeichnete die Stadt Bonn am Mittwoch im Alten Rathaus insgesamt sechs Gruppen aus dem Bonner Raum für ihr Engagement für lokalen Klimaschutz aus. Insgesamt waren 23 Bewerbungen eingegangen, aus denen eine neunköpfige Jury nach den Kriterien Wirksamkeit und Originalität die Gewinner auswählte.

Oberbürgermeisterin Katja Dörner begrüßte, dass sich ganz unterschiedliche Gruppen beteiligt hätten, vom Sport- bis zum Kulturverein: „Klimaschutz ist ein Thema der ganzen Stadtgesellschaft.“ Um dem Bonner Klimaziel näher zu kommen, bis 2035 klimaneutral sein, müssten Bonnerinnen und Bonner mithelfen. Auf diesen gemeinschaftlichen Aspekt machte auch Marco Westphal, Geschäftsführer der Stadtwerke Bonn (SWB), die Kooperationspartner beim Klima-Preis sind, aufmerksam: „Klimaschutz geht nur zusammen.“ Durch die Kooperation mit den SWB sei das Preisgeld erhöht worden.

Ob Beamer oder Boulekugel-Set: Solche Gegenstände gibt es bei der Leihbar im Quartiersbüro im Macke-Viertel, die eine „Bibliothek der Dinge“ sein soll. Wer dort etwas leihen möchte, muss sich registrieren und Geld als Pfand abgegeben. „Wir haben Dinge zu Hause, die wir nur einmal im Jahr brauchen“, sagte Franziska Meixner (30), ehrenamtliche Mitarbeiterin der Leihbar.

Klima-Preis in Bonn: Eine Bar, um Gegenstände zu leihen

Im Freundeskreis des Gründers Daniel Appelt wurden immer schon Dinge getauscht, die nur selten genutzt werden. Dieses Konzept wurde für die Leihbar ausgeweitet, um gemeinsam etwas für den Klimaschutz zu tun, sagte Meixner: „Es ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.“ Mit den 5000 Euro Preisgeld will das Team die Leihbar erweitern.

Der zweite Platz mit 3000 Euro Preisgeld ging an den Verein Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) Bonn/Rhein-Sieg, der gemeinschaftlich Gemüse anbaut und damit 240 Bonner Haushalte versorgt. Den Preis bekam die Gruppe für eine Lösung, um Gemüse nachhaltig – also ohne Strom – zu lagern. Bei der „Erdmiete“ wird laut Diethelm Schneider (55) von SoLaWi ein tiefes Loch ausgehoben und mit verschiedenen Materialien ausgekleidet, um die Lebensmittel lange haltbar zu machen.

Klima-Preis Bonn: Fahrradspenden für Kinder

Auf dem dritten Platz landeten gleich zwei Projekte. Zum einen eine Initiative des BSV Roleber e.V., die innerhalb ihres Sportvereins schon kleinere, nachhaltigen Veränderungen umgesetzt haben, wie etwa die Umstellung auf LED-Beleuchtung oder Fairtrade-Produkte im Vereinsshop. Die 1.500 Euro Preisgeld „werden auch in Nachhaltigkeit gesteckt“, um den CO2-Abdruck des Vereins weiter zu senken, sagte Elmar Heide-Schoenrock (64).

Die Initiative „Jedem Kind ein Fahrrad“ (Jekifa e.V.) gewann den anderen dritten Platz. Die Idee sei bei einem Gespräch mit einer Mutter entstanden, erklärte Robin Geibel, Lehrer am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium. Dabei sei aufgefallen, dass etwa 20 Prozent der Kinder kein Fahrrad haben und gleichzeitig in einigen Kellern viele Fahrräder verrosten. Das Projekt will das ändern und sammelt Fahrradspenden, um diese dann an Kinder aus sozial benachteiligten Familien weiter zu geben. Außerdem vergab die Stadt noch zwei Sonderpreise. Der „Kultur verbindet e. V.“ bietet Workshops für Kinder im Grundschulalter zum Thema Nachhaltigkeit an. Und „Change Clubs“ richtet sich an Erwachsene, die gemeinsam klimafreundlicher handeln wollen.

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