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Kommentar: Kommentar - Unsaubere Methoden

Kommentar : Kommentar - Unsaubere Methoden

Diese Sparmaßnahme ist keine saubere Sache: Das Städtische Gebäudemanagement (SGB) versucht offenkundig, bei der Reinigung von städtischen Häusern die Kosten zu senken - indem in einer großen Neuausschreibungswelle die tägliche Mindeststundenzahl pro Gebäude reduziert wird.

Besonders frappierend ist das Beispiel der Katholischen Grundschule Holzlar. Dort gab es vor Monaten schon Hinweise einer Reinigungskraft, dass die Vorgaben der beauftragten Firma in der regulären Arbeitszeit kaum zu schaffen seien. Als die Linke einen unabhängigen Gutachter beauftragen wollte, um das zu prüfen, lehnte der Oberbürgermeister ab: So etwas dürfe nur das SGB.

Obwohl der Gutachter also im Stadtauftrag unterwegs war, ist sein Ergebnis nicht erfreulich fürs SGB: Er ermittelte eine notwendige Reinigungszeit von durchschnittlich 13,5 Stunden pro Tag, während die beauftragte Firma nur mit zehn Stunden kalkuliert.

Das SGB wertet das als Beweis, dass eben auch weniger Zeit ausreiche. Das klingt vor dem Hintergrund der Vorwürfe, die auch in den Ratsgremien diskutiert wurden, fast schon zynisch.

Jetzt geht die Stadt noch einen Schritt weiter: Angeblich würden auch 8,56 Stunden reichen, um die Schule zu säubern. Es ist richtig, dass die verschuldete Kommune sparen muss. Das darf aber weder auf Kosten der Sauberkeit in Schulen, Kindergärten und Dienstgebäuden gehen - noch auf dem Rücken der privaten Reinigungskräfte ausgetragen werden.