Kommentar Kommentar - Zweifelhaftes Vorgehen

Nur durch ständiges Training kann sich die Polizei auf Großeinsätze vorbereiten. Um Schwachstellen beim Einsatzablauf auszumerzen, muss eine Übung so realitätsnah wie möglich sein. Das klingt plausibel, und viele Menschen haben für kurzfristig anberaumte Testläufe auch Verständnis.

Und dennoch: Wer morgens früh aufsteht, aus dem Badezimmerfenster blickt und 50 Einsatzfahrzeuge der Polizei samt Wasserwerfern und Hubschraubern an seinem Haus vorbeirauschen sieht, bekommt es erst einmal mit der Angst zu tun. Die Reaktionen der Bürger sind unterschiedlich: Die einen rennen auf die Straße und suchen Antworten bei ebenfalls ratlosen Nachbarn. Andere rufen bei der Polizei oder bei den Medien an.

Im Fall der Großübung der Bundespolizei in der Region Bonn/Rhein-Sieg wäre vielen Unwissenden nicht der Schreck in die Glieder gefahren, wenn die Einsatzleitung 30 Minuten vor der Übung die Menschen über Radiosender und Online-Dienste der Tageszeitungen informiert hätte. Da so eine Übung Verbesserungen zum Ziel hat, dürfen die Bewohner der Region hoffen, beim nächsten Mal vorher informiert zu werden.

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