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Anne-Frank-Hautschule: Kompetenter Konsument im Netz

Anne-Frank-Hautschule : Kompetenter Konsument im Netz

Zum Weltverbrauchertag: Die Schülerinnen der Anne-Frank-Hauptschule sprachen mit Experten über Datenschutz.

Streamen, daddeln, die neuesten Infos und Fotos mit Freunden austauschen und teilen: Smartphone, PC und Tablet gehören heute ganz selbstverständlich zum Leben dazu. Doch in der digitalen Welt lauern Fallen. Zwar haben Alina (16), Iman (16) und Fatima (15) aus der 10. Klasse der Anne-Frank-Hauptschule noch keine schlechten Erfahrungen im Netz gemacht, einige ihrer Freunde allerdings schon. Fotos und Namen tauchen auf fremden Seiten auf, für Spiele, die eigentlich kostenlos waren, sollte plötzlich bezahlt werden. Welche Folgen das Surfen haben kann, und wie man die Tücken des Internets erkennt und umgeht, darüber sprachen die Schülerinnen anlässlich des Weltverbrauchertages mit kompetenten Gesprächspartnern: Ulrich Kelber, Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, und Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, stellten sich ihren Fragen.

Wichtig war den Mädchen vor allem, dass sie selbst entscheiden können, wer auf ihre Daten Zugriff hat und was damit gemacht wird. "Konsumenten müssen sicher sein können, dass ihre Daten nicht ohne ihr Wissen abgegriffen, weiter verkauft und von Dritten genutzt werden", forderte Kelber, der zusicherte sich für einen verbraucherfreundlicheren Datenschutz einzusetzen. Bis zum IT-Gipfel im November in Berlin will die Bundesregierung einen Entwurf erarbeiten, damit die Datenschutzbedingungen in Zukunft verbraucherfreundlicher eingehalten werden müssen. "Der Nutzer muss gleich auf den ersten Blick über die wichtigsten Bedingungen informiert werden und nicht erst, nachdem er sich durch zwölf Seiten geklickt hat", so der Bonner Bundestagsabgeordnete.

Nur wer zu einem kompetenten Konsumenten geschult ist, der kann sich auch sicher und selbstbestimmt im Netz bewegen. "Schüler müssen mit dem nötigen Rüstzeug ausgestattet werden, damit sie als Konsumenten stets die für sie richtigen Entscheidungen treffen können", ergänzte Schuldzinski.

Ein wichtiges Thema für Jugendliche seien auch die Abzockmaschen bei Spielen und Apps. "Gerade die In-App-Käufe werten wir als sehr problematisch", so Schuldzinski. "Für jeden neuen Level oder jedes weitere Werkzeug muss der User bezahlen. Da hat man schnell eine hohe Rechnung zu bezahlen." Ulrich Kelber ergänzte: "Bei all diesen Angeboten ist man schnell drin, kommt aber nur wieder schwer raus."

Damit Bonner Schüler nicht so schnell in die App- oder Abofallen tappen, ist Verbraucherberaterin Manuela Dorlaß seit drei Jahren an den Schulen unterwegs. Im Rahmen des Politikunterrichts oder in AGs vermittelt sie Grundlagen für einen sicheren Umgang im Internet. "Ich möchte die Schülern dabei unterstützen, ihr Leben in und außerhalb des Netzes selbstständig zu meistern", so Dorlaß. Neben Informationen über das Urheberrecht und den richtigen Umgang mit den sozialen Netzen informiert sie auch über die Tücken von Kauf- oder Handyverträgen und stellt die verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten vor. Ihr Credo lautet: "Überlegt gut, ob ihr das, was ihr auf Facebook einstellt, auch auf ein Plakat schreiben und damit durch die Straßen gehen würdet. Was ihr nicht jedem erzählen wollt, das gehört auch nicht ins Netz."

Als Kelber die Mädchen dann fragte, ob sie alle ihre Daten verschlüsselt haben, wurden Alina, Iman und Fatima verlegen. "Das müssen wir zu Hause gleich überprüfen", lächelte Iman und ihre Freundinnen stimmen ihr zu.

Weltverbrauchertag

Der Weltverbrauchertag ist ein internationaler Aktionstag, an dem Verbraucherorganisationen auf die Rechte der Verbraucher aufmerksam machen. Er wird seit dem Jahr 1983 jährlich am 15. März begangen.