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Kommunalkongress der Adenauer-Stiftung: Konrad Adenauer gilt als Vorbild für die Zukunft

Kommunalkongress der Adenauer-Stiftung : Konrad Adenauer gilt als Vorbild für die Zukunft

250 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft diskutierten auf dem Kommunalkongress der Adenauer-Stiftung am Flughafen Köln/Bonn. Ihr Thema lautete: "Konrad Adenauer und die Stadt der Zukunft."

Gedankenaustausch, Regionalmesse, Symposion, Familienausflug - den Kommunalkongress der Konrad-Adenauer-Stiftung mit einem dieser Synonyme belegen zu wollen, wäre ambitioniert. Denn die zweitägige Veranstaltung, organisiert von der Kommunalakademie der in Sankt Augustin beheimateten Stiftung, war all das zugleich. Stand der erste Tag für die 250 Teilnehmer in Konferenzsälen des Flughafens im Zeichen konzentrierten Dialogs, so bekamen gerade die auswärtigen Gäste am Samstag einen sonnigen Eindruck von der Region zwischen den Kölner Ford-Werken und dem UN-Campus im Süden Bonns.

Der jährlich wechselnde Ort war diesmal nicht zufällig gewählt: 100 Jahre nach der Wahl ihres Namensgebers zum Kölner Oberbürgermeister spielte die Stiftung den Heimvorteil voll aus, ohne dabei nostalgisch zu werden. Zwar hatte schon eben jener Konrad Adenauer die Kommunalpolitik als den "Hort der Demokratie" bezeichnet und durfte in der flankierenden Ausstellung ein baugleiches Modell des einstigen Kanzler-Dienstwagens ebenso wenig fehlen wie Brot und Wein aus den Händen der Rhöndorfer "Hoflieferanten" Broel und Profittlich.

Reker: Adenauer beispielhaft für Strukturwandel

"Konrad Adenauer und die Stadt der Zukunft", so lautete indes der Titel der Veranstaltung, in deren prallgefüllter Agenda Kölns heutige Oberbürgermeisterin Henriette Reker dazu mahnte, sich des Amtsvorgängers nicht nur zu erinnern, sondern anhand seines Vermächtnisses in die Zukunft zu blicken. Gerade für einen konsequenten wie erfolgreichen Strukturwandel sei Adenauers Politik in vielerlei Hinsicht beispielhaft, sagte Reker.

Sein Großvater habe stets "Kölns Größe angestrebt", erinnerte sich Notar a.D. Konrad Adenauer. Köln und seine "etwas trägen und nachlässigen" Bewohner hätten seinerzeit einen "Zuchtmeister" dringend gebraucht, führte der Enkel des Kanzlers aus. Dessen Führungsstil sei stets von Distanz und Respekt geprägt gewesen: "Ein Freund des Duzens war er nicht".

"Entfesselungspakete" für die Region

Mehrere "Entfesselungspakete" zugunsten der Kommunen kündigte die neue NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach an. Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan wird es gern gehört haben, bevor er anhand der Bundesstadt die Notwendigkeit hervorhob, eine internationale Infrastruktur vorzuhalten. Zentren und ländlicher Raum bedingten einander und seien "aufeinander bezogen", gab Hanns-Christoph Eiden, Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zu bedenken. Und der Bonner Politikwissenschaftler Volker Kronenberg mahnte, Bildung und Wissenschaft, idealerweise lokal eingebettet in eine lebendige Stadtkultur, seien "harte Standortfaktoren einer Stadt".

Vermisst wurde im Auditorium lediglich jenes Themenfeld, das in vielen Kommunen in jüngster Zeit alles andere überlagert: Die durch unkontrollierte Masseneinwanderung verschärfte Migrationskrise. Kritische Fragen und Entgegnungen lieferte die sich anschließende Diskussion.