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Sender aus Bonn: Korrespondenten der Deutschen Welle aus Afghanistan evakuiert

Sender aus Bonn : Korrespondenten der Deutschen Welle aus Afghanistan evakuiert

Aus Afghanistan konnten mehrere Mitarbeiter der Deutschen Welle mit ihren Familien ausreisen. Das teilte der Sender am Freitag in Bonn mit. Allerdings warten noch Angehörige von Mitarbeitern der Bonner Afghanistan-Redaktion auf ihre Ausreise.

Mehrere Mitarbeiter der Deutschen Welle (DW) in Afghanistan sind mit ihren Familien nach Pakistan ausgereist. Mit der Evakuierung der insgesamt 72 Menschen sei für die DW ein erstes Ziel erreicht, teilte der deutsche Auslandsrundfunk am Freitag in Bonn mit. Im Land warteten noch die Familien der Mitglieder der Afghanistan-Redaktion in Bonn sowie zwei Korrespondenten und ihre Angehörigen auf ihre Ausreise. Diese sollen im nächsten Anlauf aus dem Land gebracht werden.

Die neun Korrespondenten und die einzige Korrespondentin der DW in Afghanistan hätten mit ihren Familien tagelang vor dem Flughafen in Kabul ausgeharrt und auf Einlass in den gesicherten Bereich gewartet, hieß es. Nach mehreren gescheiterten Anläufen sei die Möglichkeit geprüft worden, die Gruppe auf einem anderen Weg aus dem Land zu bekommen. Dabei sei die Sicherheitslage in Afghanistan und ganz besonders an den Grenzübergängen in die Nachbarländer sehr schwer einzuschätzen gewesen. Zudem habe sich die Situation fast täglich geändert.

Im August hatten Taliban-Kämpfer im Westen des Landes bei der Verfolgung eines Journalisten des Senders einen von dessen Familienangehörigen erschossen und einen weiteren schwer verletzt. Die radikalislamische Miliz hatte nach dem DW-Journalisten gesucht. Der Mann arbeitet inzwischen in Deutschland. Weitere Angehörige konnten nach DW-Angaben in letzter Sekunde entkommen und sind auf der Flucht.

Der Deutsche Journalisten-Verband rief derweil Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) auf, sich aktiv für die Journalistinnen und Journalisten sowie für die früheren Mitarbeiter von Medien in Afghanistan einzusetzen. „Die Verzweiflung ist so groß wie die Todesangst“, sagte der Bundesvorsitzende Frank Überall.

(epd)