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Millionengrab in Bonn: Kostenprognose für Beethovenhalle bei 99,5 Millionen

Millionengrab in Bonn : Kostenprognose für Beethovenhalle bei 99,5 Millionen

Der Umbau des Restaurants der Bonner Beethovenhalle soll rund drei Millionen Euro verschlingen. Warum sich der Pächter trotzdem nicht an den Kosten beteiligen muss, lesen Sie hier.

Die Kostenspirale in der Beethovenhalle dreht sich weiter. Auch der Umbau des Restaurants und der Küche wird doppelt so teurer wie geplant, wie die Stadtverwaltung am Dienstagabend im Finanzausschuss mitteilte. Laut Entwurfsplanung, die erst jetzt abgeschlossen worden sei, müsse mit einem Aufwand von rund 3 Millionen gerechnet werden. An diesen Ausgaben muss sich der Restaurantpächter nicht beteiligen. Die Kostenprognose für die ganze Halle steigt damit auf etwa 99,5 Millionen Euro.

Der Rat hatte nur 1,54 Millionen Euro genehmigt. Auf Empfehlung der Fachplaner erweiterte die Stadt allerdings den Umfang der Restaurantarbeiten: Im Küchentrakt werden nun nicht nur die Wände zu kleiner Zimmer abgerissen und der Raumzuschnitt erneuert, sondern auch die komplette Küchentechnik erneuert. Zudem wird das Restaurant selbst baulich neu gestaltet. In den 3 Millionen Euro sind laut Stadt etwa 1 Million Euro für Küchentechnik, ein Risikopuffer von 500 000 Euro sowie 66 000 Euro für Tische und Stühle enthalten.

Vor allem die geplante Lüftung und andere Teile der Gebäudetechnik hätten im Restaurantbereich zu „erheblichen Kostensteigerungen“ geführt, berichtete Marion Duisberg, die kommissarische Leiterin des Städtischen Gebäudemanagements Bonn (SGB), dem Finanzausschuss. Die Frage von Georg Fenninger (CDU), wie stark Denkmal- und Urheberrechtsauflagen das Projekt verteuert hätten, konnte Duisberg nicht mit konkreten Zahlen beantworten. Beispielsweise habe man die Deckenhöhe aus Denkmalgründen absenken müssen.

Bürger Bund Bonn erneute Kritik

Stadtdirektor Wolfgang Fuchs wies darauf hin, dass der Rat eine denkmalgerechte Instandsetzung der Beethovenhalle beschlossen habe. Das war - bei einem Baudenkmal - allerdings ohnehin nicht anders möglich. Damit, so Fuchs, seien „erhebliche Mehrkosten“ aber unvermeidbar. Wie hoch dieser Zusatzaufwand ist, muss nach Meinung von Klaus-Peter Gilles trotzdem aufgeschlüsselt werden. „Die Diskussion, was angemessen und wirtschaftlich vertretbar war, werden wir noch führen“, betonte der CDU-Fraktionschef.

Der Bürger Bund Bonn (BBB) erneuerte seine Kritik, dass sich die Da Capo Service GmbH als alter und neuer Pächter des Restaurants nicht an den Kosten beteiligen muss. Denn das widerspricht einem Ratsbeschluss aus dem Jahr 2015. Zwischenzeitlich hatte sich die Stadttochter BonnCC als Betreiberin der Beethovenhalle aber mit dem Pächter auf eine Fortsetzung des Vertragsverhältnisses ohne Kostenbeteiligung oder Mieterhöhung verständigt. Im Sommer 2017 gab die Ratsmehrheit das Restaurant-Budget frei.

Der BBB-Fraktionsvorsitzende Marcel Schmitt warf BonnCC-Geschäftsführer Michael Kleine-Hartlage im Ausschuss vor, der Stadt schweren finanziellen Schaden zugefügt zu haben. In der freien Wirtschaft, so Schmitt, wäre so etwas mindestens eine Abmahnung wert. Kleine-Hartlage würdigte den sehr persönlichen Angriff keiner Antwort. Stattdessen erklärte Stadtdirektor Fuchs, es liege im Interesse der Stadt, in der Beethovenhalle ein Restaurant zu haben. „Und einen Pächter, der Kosten in dieser Größenordnung refinanzieren kann, werden Sie nicht finden“, so Fuchs. Die BonnCC hat nach Stadtangaben mit Da Capo neben der Miete eine Nettoumsatzprovision verabredet.