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Kran am Bonner Hauptbahnhof im zweiten Versuch abgebaut

Straße bis Montag gesperrt : Kran am Bonner Hauptbahnhof im zweiten Versuch abgebaut

Vor vier Wochen ist die Deutsche Bahn noch am Winterwetter gescheitert, aber diesmal geht alles glatt. Die Straße bleibt noch bis Montagmorgen gesperrt.

„Ah, da kommt ja ein Lastwagen!“ Als dieser Ruf über den Bahnhofsvorplatz hallt, kommt Bewegung in das Stillleben aus Baggern, Kranelementen und Arbeitern. Denn nun können sie weiterarbeiten, nachdem sie den großen Kran, der für die Bauarbeiten am Dach des Hauptbahnhofs aufgestellt worden ist, am Sonntag in seine Einzelteile zerlegt haben. Es ist der zweite Anlauf: Der erste Versuch vor vier Wochen scheiterte an Minusgraden und Glätte.

Seit Samstagabend ist die Straße Am Hauptbahnhof zwischen Maximilian- und Thomas-Mann-Straße gesperrt, Bus- und Autoverkehr werden vom Busbahnhof durch die Südunterführung umgeleitet. Abends entfernen die Stadtwerke die Oberleitungen der Straßenbahn, ab Sonntagmorgen baut das Bonner Logistik-Unternehmen Baumann zunächst zwei Mobilkräne auf. Das ist nötig, um den 70 Meter langen Ausleger des Krans zu demontieren. Die Geräte stoßen aufgrund der Höhe des Krans von 55 Metern an ihre Grenzen: Einer muss sogar so weit aufgebockt werden, dass die Räder gut 40 Zentimeter über der Straße schweben, erklärt ein Mitarbeiter von Baumann Logistik.

Sobald die schwersten Teile entfernt sind, kann einer der Mobilkräne schon wieder das Feld räumen – der Platz vor dem Bahnhof wird jetzt für die Schwerlasttransporter benötigt, die nach und nach die Kranelemente wegbringen. Dank des guten Wetters soll der Kran bis zum Abend komplett in seine Einzelteile zerlegt und abtransportiert sein, nur der Sockel ist noch da und wird später abgebaut. Danach bringen die SWB die Oberleitung wieder an, was planmäßig bis in die frühen Morgenstunden am Montag dauern soll. Dann ist die Straße wieder für den Verkehr freigegeben.

Der erste Versuch Ende Januar scheiterte am Wintereinbruch: Für die Arbeiter wäre es zu gefährlich gewesen, bei der Glätte auf dem hohen Kran den Ausleger zu betreten, erklärte der Baumann-Mitarbeiter.

Den Kran hatte die Deutsche Bahn Anfang 2020 für die Modernisierung des Bahnhofdachs an der Nordunterführung aufgestellt. Vorher stand etwa drei Jahre lang ein weiterer Kran auf der anderen Seite des Empfangsgebäudes. Beide Kräne dienten einem Bahnsprecher zufolge der An- und Ablieferung der Dachelemente und wurden auch für die generelle Materiallieferung benötigt. Das Dach ist jetzt fertiggestellt, die Maßnahme lag mit rund 30 Millionen Euro deutlich über den ursprünglich geplanten Kosten. Wie berichtet, weist es undichte Stellen vor allem an den Anschlussstellen zwischen den verschiedenen Bauteilen der Glas- und Stahlkonstruktion auf, wodurch sich bei Regen größere Pfützen auf den Bahnsteigen bildeten. Die Bahn kündigte an, dass die Lecke geschlossen werden sollen, konnte aber keinen Zeitpunkt dafür benennen.