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Nicht in der Turnhalle: Krisenstab der Stadt Bonn verlagert Sportunterricht an die frische Luft

Nicht in der Turnhalle : Krisenstab der Stadt Bonn verlagert Sportunterricht an die frische Luft

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste: Der Corona-Krisenstab der Stadt Bonn hat deshalb den Sportunterricht von der Turnhalle an die frische Luft verlagert. Das gilt auch für den Schwimmunterricht, der in den Freibädern stattfinden soll.

In Bonn wird der Schulsport bis zu Beginn der Herbstferien nur im Freien stattfinden. Das hat der Krisenstab der Stadt am Montag bei seiner Sitzung entschieden. „Das gilt auch für den Schwimmunterricht, der in den Freibädern stattfinden kann, solange diese geöffnet sind“, teilt die Stadt mit. Die Stadtverwaltung will die Freibäder über Ende August hinaus offen halten, solange das Wetter dies zulässt. Das Freibad in Friesdorf müsse allerdings auf jeden Fall am 31. August schließen, weil die Traglufthalle aufgebaut werden muss.

Ob der eigentlich geplante Betrieb der Hallenbäder ab dem 1. September parallel zu den Freibädern möglich ist, wird derzeit noch geprüft. Die Stadt könne nämlich nicht gleichzeitig die Frei- und auch die Hallenbäder betreiben, weil dafür das Personal nicht ausreiche. Eine Entscheidung zu den Hallenbädern sei noch nicht gefallen, teilte Stadtsprecherin Monika Hörig dem GA mit. Allerdings würden erste Planungen vorsehen, dass das Sport- und Bäderamt das Hardtbergbad den Vereinen zur Verfügung stellen könnte.

Kein zusätzliches Risiko

Fragen könnte es geben, wenn alle Hallenbäder öffnen, Schulen diese aber nicht nutzen können. „Wir sind uns auch darüber im Klaren, dass dadurch eine vermeintliche Ungereimtheit entstehen könnte: Schülerinnen und Schüler dürfen zum Unterricht nicht in die Schwimmhallen, Vereine und die Öffentlichkeit schon“, so Oberbürgermeister Ashok Sridharan (CDU). Allerdings würde die Entscheidung, in der Freizeit in Schwimmhallen zu gehen, für Kinder und Jugendliche bei den Eltern liegen. „Wir als Schulträger möchten beim Schwimmunterricht in den Hallen kein zusätzliches Risiko eingehen“, so der OB.

Glücklich kann der Verein sein, der ein eigenes Schwimmbad hat: Seit Mittwoch bieten die Schwimm- und Sportfreunde Bonn 1905 (SSF Bonn) ihren Mitgliedern wieder das Schwimmen im Schwimmbad im Sportpark Nord an. Die SSF Bonn haben für das Becken die Nutzungsrechte der Stadt. Was sich, wie ein großer Vorteil anhört, ist aber auch mit sehr viel Verantwortung verbunden. Die SSF Bonn haben strikte Regeln aufgestellt, an die sich alle Mitglieder zu halten haben. „Wir hoffen, dass wir den Schwimmbetrieb lange aufrecht erhalten können“, sagte eine SSF-Mitarbeiterin. Dabei spielte sie auf die aktuelle Infektionslage an, die „jederzeit“ zu „kurzfristigen Schließungen oder Änderungen“ führen könnte.

Grenzwert noch nicht erreicht

Fakt ist: Die Fallzahlen schnellen wieder in die Höhe. Am Mittwoch gab es laut Stadt 55 akute Corona-Fälle. Insgesamt haben sich in den vergangenen sieben Tagen 55 Menschen neu mit Covid-19 infiziert, die bestätigten Neuinfektionen pro Tag lag bei sieben Diagnosen. Der Grenzwert liegt in Bonn bei 165 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen. Sollte diese Zahl erreicht werden, müssten erneute Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Schulen und Kitas könnten unter anderem wieder geschlossen werden. Der Grenzwert ergibt sich aus der Einwohnerzahl der Bundesstadt, die aktuell bei rund 330 000 Einwohnerinnen und Einwohnern liegt.

Seit dem 28. Februar wurden insgesamt 903 Bonner positiv auf Covid-19 getestet, 839 Menschen sind seitdem genesen, neun Menschen sind im Zusammenhang mit Corona verstorben. Die steigende Infektionszahl führt der Krisenstab auch auf die zusätzlichen Tests zurück, die Reiserückkehrer machen können oder müssen, wenn sie aus Risikogebieten kommen.