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Widerstand bei Anwohnern: Kritik am geplanten Fernbusbahnhof

Widerstand bei Anwohnern : Kritik am geplanten Fernbusbahnhof

Eigentlich ist es beschlossene Sache: Nächstes Jahr soll der Fernbusbahnhof an der Thomastraße auf dem Gelände der Zurich-Versicherung in Betrieb genommen werden - nicht weit entfernt von der jetzigen Haltestelle.

Doch das stößt bei Anwohnern auf Widerstand. Auch die Stadt macht keinen Hehl daraus, dass sie mit dem Standort nicht zufrieden ist.

Wie berichtet, ist die jetzige Haltestelle in keinem besonders guten Zustand. Es gibt auch keine Toilette, was unter anderem der Bürger Bund Bonn schon mehrfach bemängelt hat. Nach Angaben der Stadt hat die Fernbusstation dort sowieso keine Zukunft, weil das Gelände ab 2016 für die Sanierung der Viktoriabrücke benötigt wird.

Anwohner der Noeggerathstraße, die von ihren Häusern auf die acht Busbuchten - jeweils etwa vier Meter breit und knapp zwölf Meter lang - am Versicherungsgebäude blicken können, wehren sich nun gegen den Beschluss der Bezirksvertretung Bonn. "Wir sind der Meinung, dass der Innenhof für das aktuelle und stetig wachsende Volumen an Fernbussen nicht geeignet ist und zudem uns als Anwohner extrem belastet", schreibt ein Anlieger in einem Brief an Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch. Er wünscht sich, dass Bonn es dem Vorbild Köln gleichtut. Dort befindet sich der Fernbusbahnhof nicht mehr in der Innenstadt.

Die Anwohner wollen mehr Transparenz und fragen etwa: Mit welchem Fernbusaufkommen rechnet die Stadt zu welchen Tageszeiten? Wie sieht es mit der Belastung durch Lärm und Abgase aus? Was plant die Stadt, um die Anwohner zu schützen?

Eine Prüfung der Verwaltung hat nun ergeben, dass es an dem Standort Probleme und noch zu klärende Fragen gibt. So erarbeitet die Fachverwaltung nach Angaben der Stadt derzeit eine Vorlage für die Planungsausschüsse im Mai, um die Politik über die Prüfung zu informieren. Nach GA-Informationen sind bereits Alternativen im Gespräch. Das wäre zum einen wieder ein Fernbusbahnhof in Ramersdorf oder langfristig am bebauten Nordfeld in Bahnhofsnähe, wo heute der Taxistand ist. Laut Peter R. Kern vom Bürger Bund favorisieren die Fernbusbetreiber einen Platz am Heinrich-Hertz-Kolleg vor den Toren Graurheindorfs und Auerbergs.