Gebäudemanagement führungslos Bonner Opposition kritisiert Dörner wegen SGB-Vakanz

Bonn · CDU und Bürger Bund greifen Bonns Oberbürgermeisterin Katja Dörner scharf an, nachdem die kommissarische SGB-Chefin ihren Weggang angekündigt hat. Sie warnen vor möglichen Folgen für aktuelle Großprojekte.

 Katja Dörner während einer Baustellenbesichtigung in der Beethovenhalle.

Katja Dörner während einer Baustellenbesichtigung in der Beethovenhalle.

Foto: Benjamin Westhoff

Der Abgang der kommissarischen Leiterin des Städtischen Gebäudemanagements Bonn (SGB) löst harsche Kritik der Ratsopposition an Oberbürgermeisterin Katja Dörner (Grüne) aus. Sie zielt vor allem darauf, dass der SGB-Chefposten zwei Jahre nach dem Rauswurf von Lutz Leide noch immer unbesetzt ist.

„Das ist ein erneuter Tiefschlag für das SGB und ein weiterer Beleg für mangelnde Führungsfähigkeit von Oberbürgermeisterin Katja Dörner und der sie tragenden grün-linken Ratskoalition“, wettert der CDU-Fraktionsvorsitzende Guido Déus in einer Mitteilung. „Wie soll die Stadt nun die enormen Herausforderungen von Sanierung und Neubau des teils maroden städtischen Gebäudebestands stemmen?“

Déus verweist unter anderem auf die anstehenden Sanierungen und Neubauten bei den Hallenbädern, der Oper, dem Stadthaus, den Kitas und Schulen. Das SGB muss außerdem bis 2027 die Kompletträumung des Stadthauses organisieren und Interimsbüros anmieten. Georg Schäfer, CDU-Sprecher im SGB-Betriebsausschuss, wirft Dörner und der Koalition mangelndes Verantwortungsbewusstsein vor. „Ansonsten hätten sie die Schlüsselposition im SGB längst besetzt und nicht der bisherigen Stellvertreterin diese Bürde aufgesattelt.“

Christina Becker, kommissarische Leiterin des SGB, hatte zum 1. Juli ihren Wechsel ins Finanzministerium des Landes Brandenburg angekündigt. Sie erklärt den Schritt insbesondere mit familiären Gründen. Oberbürgermeisterin Dörner hatte Ende 2023 eine Unternehmensberatung mit der Suche nach einer neuen SGB-Leitung beauftragt.

CDU und BBB bemängeln zu geringes Tempo

Das Verfahren läuft nach Angaben des Presseamts noch. Die Frage, wie viele qualifizierte Bewerber es gibt, ließ das Amt unbeantwortet. Vorübergehend soll David Thyssen, Leiter Programmsteuerung im Dörner-Dezernat, die Leitung des 593 Stellen starken Eigenbetriebs übernehmen – zusammen mit SGB-Führungskräften aus der zweiten Reihe.

Wie die CDU bemängelt auch der Bürger Bund Bonn (BBB) das zu geringe Tempo. „Oberbürgermeisterin und Ratsmehrheit haben es nach dem ungerechtfertigten Rauswurf von Herrn Leide in den letzten beiden Jahren schuldhaft verabsäumt, einen Nachfolger einzustellen“, betont Fraktionschef Marcel Schmitt. „Statt die Kernaufgaben einer städtischen Verwaltung sicherzustellen, schafft die OB lieber in Doppelstruktur Programmbüros für ihre Agenda zum grünlinken Umbau der Stadt.“

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