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Akademie der Jugendkunstschule: Kultur im Rucksack

Akademie der Jugendkunstschule : Kultur im Rucksack

Etwas eklig sieht es schon aus: Der Maler und Dozent Lukas Thein schlägt ein Ei auf und vermischt es mit Leinöl. "Sucht euch eine Farbe aus und mischt sie damit", fordert er die Mädchen in der Jugendkunstschule "artefact" in der Heerstraße auf.

Esma lässt sich nicht lange bitten. Sie schüttelt blaue und türkisfarbene Pigmente auf einen Pappteller und mischt sie mit dem Ei-Öl-Gemisch. "Blau ist meine Lieblingsfarbe", sagt sie.

Die 13-Jährige aus dem Auerberg gehört zu den Stipendiaten des NRW-Programms "Kulturrucksack". Seit 2012 gibt es das Landesprogramm unter dem Motto "Meine Zukunft", das Kindern und Jugendlichen kostenlos den Zugang zu kulturellen Angeboten in ihrer Region ermöglichen soll. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen und deren Kultur-, Bildungs- und Jugendeinrichtungen.

Seit 2013 ist auch Bonn dabei. Ein ganzes Jahr lang werden die kleinen Künstler die Jugendakademie der Jugendkunstschule "artefact" besuchen. "Wir wollen, dass die Kinder verschiedene Methoden ausprobieren und so ganz nebenbei unterschiedliche Techniken der Malerei kennenlernen", erklärt Dorothee Irnich-Esser, Leiterin der Jugendkunstschule. So wie die alte Technik des Malens mit Pigmenten und Ei. "Die Farben strahlen einen ganz besonderen Glanz aus", schwärmt Dozent Thein, als er die ersten Malproben der Mädchen begutachtet.

Esma kommt zwei Mal in der Woche in die Jugendkunstschule. "Früher habe ich hier gewohnt. Aber auch nach unserem Umzug komme ich regelmäßig hierhin", berichtet sie und mischt türkisfarbene und gelbe Pigmente zusammen. "Soll ich grade oder abstrakte Formen malen?" fragt sie ihren Lehrer. "Mach es so, wie du es möchtest", antwortet er. Denn es ist ihm besonders wichtig, dass die Kinder immer wieder etwas ausprobieren: neue Materialien, neue Farben, neue Techniken.

Ein Jahr lang wird Esma jetzt kostenlos die Jugendakademie besuchen. Finanziert wird der Kulturrucksack für 10 bis 14-Jährige vom Land. "Super, dann kann ich ja bis zum nächsten Sommer kommen", freut sich Esma und mischt einen neuen Farbton. Vielleicht hängen dann auch ihre Bilder an der Wand von "artefact".

Neben Mal- und Zeichenunterricht sowie verschiedenen Workshops bietet die Jugendkunstschule auch Arbeitsreihen in Schulen an. Insgesamt beteiligen sich jährlich 1000 Kinder an den verschiedenen Aktionen.