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20 Jahre Hospizverein Bonn: Lebensverlängernde Wirkung der Heiterkeit

20 Jahre Hospizverein Bonn : Lebensverlängernde Wirkung der Heiterkeit

Beim Festakt zum 20-jährigen Bestehen des Hospizvereins Bonn zollen die Gratulanten der Arbeit der Ehrenamtlichen große Anerkennung.

1996 gründete Hanneliese Langmann mit sieben Bonnern den Hospizverein Bonn, der umgehend mit der Ausbildung von Ehrenamtlichen begann, die schwerkranken Menschen und deren Angehörigen Beistand leisten sollten. Mittlerweile haben über 350 Menschen die neunmonatige Ausbildung duchlaufen. 60 Aktive begleiten im Johanniterhospiz am Waldkrankenhaus, in Seniorenheimen, Krankenhäusern und Zuhause Menschen in ihrer letzten Lebensphase.

Das 20-jährige Bestehen feierte der Hospizverein Bonn mit einem Festakt in der Telekom-Zentrale. Thomas Kremer, Vorstandsmitglied der Telekom, gehörte mit zu den ersten Gratulanten und sprach dem Verein – auch aus persönlicher Erfahrung – seinen Dank und Anerkennung aus.

„Leben bis zuletzt ist der Leitgedanke des Hospizvereins“, erläuterte der Vorsitzende Joachim von Arnim. Auf die immense Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen medizinischem Fachpersonal und Ehrenamtlichen verwies Schirmherrin Monika Wulf-Mathies. Sie verwies auf die zunehmend alternde Gesellschaft sowie die Leistung des Hospizvereins und sah das Jubiläum als Chance, mahnte die notwendige finanzielle Unterstützung an.

Hirschhausen: Ehrenamtliches Engagement erhöht die Lebenserwartung

Oberbürgermeister Ashok Sridharan betonte, dass man die Frage nach dem Wann, also dem Zeitpunkt des Sterbens, nicht beantworten könne; der Verein helfe aber bei dem Wie. Als eine klare Gegenposition zur aktuell diskutierten Sterbehilfe hob Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe die Hospizarbeit hervor. Er verwies auf das „Grundbedürfnis des Menschen, sich angenommen und gewollt zu fühlen – auch in der letzten Phase seines Lebens“.

Mediziner, Journalist und Kabarettist Eckart von Hirschhausen beleuchtete in seinen Interviews mit Minister Gröhe und den beiden Ehrenamtlichen Daglinde Stahl und Michael Klingenheber gesetzliche Bedingungen und die Wirkungen ehrenamtlicher Begegnung mit Sterbenden. In weiteren Gesprächen, unter anderem mit dem Palliativmediziner Lukas Radbruch, ging er auf den heilsamen Aspekt von Humor im Leben und auch in der letzten Lebensphase ein. Statistisch und medizinisch erwiesen sei, dass Lächeln, Lachen und eine innere Heiterkeit lebensverlängernd wirken würden. Hirschhausen wartete aber mit einem weiteren Gesichtspunkt auf: Auch ehrenamtliches Engagement erhöhe die Lebenserwartung. (dvr)