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Lesefest Käpt'n Book startet in Bonn unter Corona-Auflagen

Lesefest in Bonn gestartet : Käpt’n Book vermisst die Unbeschwertheit

Das traditionsreiche Lesefestival ist in zwei Museen unter Schutzmaßnahmen gestartet. Dem Käpt’n-Darsteller Hanno Friedrich fehlt zwar das Bad in der Menge. Er ist aber froh, dass es trotz Pandemie bis zum 11. Oktober Lesungen für Kinder geben wird.

Die Türen zum Forum der Bundeskunsthalle schlossen sich, und es herrschte Stille. Von der üblichen Lebendigkeit einer Eröffnungsfeier für das Käpt’n-Book-Lesefest war am Sonntag durch die Corona-Schutzmaßnahmen nichts geblieben: keine Basteltische, kein umlagerter Büchertisch, keine Leseratten, die sich aufgeregt um den Käpt’n scharen. Aber immerhin, es ist eröffnet, und das allein hat Applaus verdient.

„Man kann es fast als Wunder bezeichnen, dass es stattfindet“, sagte Hanno Friedrich, der wieder in die Rolle des Maskottchens schlüpft. Er genoss, was im Forum des Museums zu sehen war: Das Kammerensemble des Beethoven Orchesters Bonn begleitete Autorin Brigitte Werner bei ihrer Lesung zu „Wum und Bum und die Damen Ding Dong“. Die Musik war eigens dafür komponiert worden.

150 der 500 Plätze durften besetzt werden, die Lesung war ausverkauft. Ein paar hatten laut Laura Held von der Bundeskunsthalle abgesagt, so dass Menschen von der Warteliste kontaktiert werden konnten. Ein sehr vorbildliches Verhalten, sagte Held.

Katharina (8) aus Troisdorf war mit der musikalischen Lesung sehr zufrieden. „Ich fand gut, dass die Instrumente einbezogen wurden und eine Erzählerin dabei war“, sagte sie. Und sie habe die Geschichte verstanden, ein ganz wichtiger Punkt. Die Familie hat sich auch noch für eine weitere Lesung angemeldet, nächste Woche in Bad Honnef.

Zeitgleich fanden auch im Kunstmuseum Veranstaltungen zum Lesefest statt: Das Figurentheater Papperlapupp! spielte „Der Zauberer von Oz“, Annette Herzog las aus ihrem Buch „Pssst!“ und Stefanie Taschinski aus „Die kleine Dame in den blauen Bergen“. Dort hatten sich Jonas (7) und Maria (4) mit ihren Großeltern eingefunden: Mal gucken, wo noch Plätze frei sind. Angemeldet hatten sie sich nicht,  aber bei Annette Herzog hatten sie Glück.

Viele Veranstaltungen gibt es bis zum 11. Oktober, darunter auch weitere Familienfeste: am 3. Oktober im Haus der Geschichte und in der Brotfabrik, am 10. Oktober im Haus der Bildung und am letzten Tag im August-Macke-Haus. Der Abschluss wird im Deutschen Museum gefeiert. Überall wird es ähnlich ablaufen wie bei der Eröffnung. Für den Käpt’n fehlt dabei etwas. „Die Begegnung mit den Kindern ist, was den Zauber des Festes ausmacht.“ Friedrich hofft auf ein normales Lesefest im kommenden Jahr vom 20. September bis 10. Oktober. kpo