Silberschleier am Horizont Warum leuchtende Wolken am Nachthimmel zu sehen sind

Bonn · Leuchtende Nachtwolken sind in den kommenden Wochen am Nordhimmel zu beobachten. Zeitweise erscheint ein Silberschleier am Horizont. Wann das Phänomen zu beobachten ist.

 Das Phänomen lässt sich nachts am Himmel beobachten.

Das Phänomen lässt sich nachts am Himmel beobachten.

Foto: Owen Humphreys/PA Wire

Leuchtende, silbrig-blaue Wolken können in den kommenden Wochen am Nachthimmel beobachtet werden. In Streifen, Bändern, Wirbeln oder Wellen verzieren schleierhafte Wolken den Nachthimmel.

Laut Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe des Wetterportals Wetteronline, entstehen die Wolken in einer Schicht der Erdatmosphäre, in der so genannten Mesosphäre in 80 bis 85 Kilometern Höhe. Dort bildeten sich bei einer Temperatur von minus 130 Grad Eiskristalle. Diese würden nachts von der unter dem Horizont stehenden Sonne angestrahlt.

Der Klimawandel verstärkt das Phänomen

Obwohl die Erde sich erwärmt, zeigen wissenschaftliche Forschungen laut Goldhausen, dass die Mesosphäre immer kälter und dünner wird. Die so genannte Troposphäre, eine Schicht der Atmosphäre, die der Erdoberfläche am nächsten liegt, wirke nämlich wie eine isolierende Wärmedecke. Sie hindere Wärme daran, in höhere Schichten aufzusteigen. Die höher gelegenen Schichten kühlen dadurch stärker ab. An der Obergrenze der Mesosphäre konnte dieser Temperaturtrend allerdings noch nicht nachgewiesen werden, wie der Wetterexperte mitteilt.

Durch die Abkühlung ziehe sich die Mesosphäre aber stärker zusammen. Nach Satellitenmessungen schrumpft sie um 150 bis 200 Meter pro Jahrzehnt. Durch den durch Menschen verursachten Eintritt von Methan in die Atmosphäre steige zusätzlich der Wassergehalt und das Methan reagiere unter anderem zu Ozon, Kohlenstoffdioxid und Wasser. Dies könne erklären, warum leuchtende Nachtwolken immer häufiger am Himmel zu entdecken seien.

Auch in Bonn und der Region tauchen die Nachtwolken auf

Beobachten lässt sich dieses Phänomen in unseren Breiten, laut Goldhausen, am besten „in der aktuellen Jahreszeit zwischen 22 und 23 Uhr oder morgens in der ersten Dämmerung von etwa 3 bis 4 Uhr“.