Frauen im Glück Liona spendet an Frauenhaus

Bonn · Damenclub nimmt bei Secondhand-Markt 16.000 Euro ein.

 Freude bei der Spendenübergabe: Elsa Bleeck (von links), Ute Kern, Karin Storm, Maria Hagemann-Mauz, Ulrike Große-Kreul und Viktoria Balensiefen.

Freude bei der Spendenübergabe: Elsa Bleeck (von links), Ute Kern, Karin Storm, Maria Hagemann-Mauz, Ulrike Große-Kreul und Viktoria Balensiefen.

Foto: Maria Gambino

Vintage-Stücke, Abendgarderobe oder doch ein Wintermantel: Beim Edel-Secondhand-Markt "Dress Up" im Pfarrsaal von St. Remigius nahm der Club Bonn-Liona im November 16.000 Euro ein. Jetzt übergaben Liona-Mitglieder den Erlös an den Verein "Frauen helfen Frauen".

Das Geld fließt in den Gesamtbetrieb des Frauenhauses. "Der Tagesmietsatz beträgt bei uns nur sieben Euro. Die Frauen, die bei uns leben, sind entweder berufstätig oder werden vom Jobcenter unterstützt", sagte Ulrike Große-Kreul, Mitarbeiterin bei "Frauen helfen Frauen".

Das Frauenhaus erhält Zuwendungen von der Stadt Bonn sowie vom Land Nordrhein-Westfalen. "Das sind freiwillige öffentliche Zuschüsse. Wir haben mit etwa 42.000 bis 50.000 Euro jährlich einen sehr hohen Eigenanteil." Diese finanzielle Lücke decke das Frauenhaus vor allem mit Spenden.

Der Verein betreut Frauen und deren Kinder, die Opfer körperlicher, seelischer und sexualisierter Gewalt geworden sind. Im Frauenhaus leben aktuell zwischen 20 und 22 Frauen, einige mit Kindern, die meisten alleinstehend. Die Altersspanne reicht von 18 bis 80 Jahren.

Manche Frauen suchen nur für eine Nacht Unterschlupf und ziehen dann in andere Frauenhäuser oder zu Verwandten und Freunden. Andere wiederum bleiben auch bis zu einem Jahr oder länger. In Köln und Bonn bestehe ein klarer Bedarf an Frauenhäusern. "Wir machen uns auch bundesweit stark dafür, dass Frauenhäuser eine gesicherte Förderung erhalten und Frauen nicht die Kosten mittragen müssen", berichtete Groß-Kreuel.

Bonn-Liona als Damenclub der Lions unterstützt mit seinen Aktionen Frauen und Kinder in der Region. "Wir sind beeindruckt, dass das Frauenhaus trotz Engpässen so wirtschaftlich handelt", erklärte Dress-Up-Projektleiterin Viktoria Balensiefen.

Auch über den Erfolg des Secondhand-Markts seien alle erfreut. "Im ersten Jahr haben wir 4000 Euro eingenommen", sagte Balensiefen. Der Erlös hat sich in vier Jahren vervierfacht. Liona Bonn plant für November schon die fünfte Edition.

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