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Lubig schließt Filialen in Bonn - Bäckerei-Kette meldet Insolvenz an

Insolvenz : Bäckerei-Kette Lubig schließt Filialen in Bonn

Die Bäckerei-Kette hat Insolvenz angemeldet. Einige Filialen in Bonn haben bereits geschlossen, die restlichen Filialen sollen noch folgen. Für einige weitere Standorte gibt es aber einen Nachfolger.

Die Bäckereikette Lubig befindet sich seit dem 1. Juni in einem Insolvenzverfahren.Nach GA-Informationen hat die Sondermann Brot GmbH, zu der die Bonner Läden gehören, dies bereits im März für die Lubig GmbH beantragt. Der Düsseldorfer Fachanwalt Andreas Pantlen aus der BBL Brockdorff Insolvenz- und Zwangsverwalter GbR ist vom Gericht als Insolvenzverwalter eingesetzt worden.

Für einige Lubig-Filialen hat sich bereits ein Nachfolger gefunden. So sollen an den Standorten Bonn-Mehlem in der Mainzer Straße (geplant ab 1. September) und in Duisdorf im Schieffelingsweg (Eröffnung bereits diesen Samstag) Filialen der Bäckereikette Merzenich eröffnen. Diese seien bereits festvertraglich übernommen. Das teilte Nicole Magiera, Geschäftsführerin für den Vertrieb des Unternehmens, dem GA mit. Bei zwei weiteren Lubig-Bäckereien in Bonn stehe Merzenich zurzeit noch in Verhandlungen. „Wir freuen uns, so ein Traditionsunternehmen fortführen zu können“, sagt Magiera dem GA.

Einige Filialen sind jedoch dicht. Die in der Poststraße in der Innenstadt ist einer Dönerbude gewichen. Im Stadtteil Duisdorf am Schieffelingsweg weist ein Schild auf die Schließung hin. Kunden werden dort auf die Filiale am Konrad-Adenauer-Platz in Beuel verwiesen. Aber auch diese Filiale könnte bald von Schließung bedroht sein.

In Branchenkreisen ist zu hören, dass es der Lubig GmbH schon eine geraume Zeit nicht gut gegangen sei. „Die Situation bei Lubig ist mir schon länger bekannt“, sagt Bernd Rott, Obermeister der Bäcker-Innung Bonn/Rhein-Sieg. Deutschlandweit schließe jeden Tag eine Bäckerei. Das liege nicht nur an der Billig-Konkurrenz, betont Rott, der selbst mehrere Bäckereien in Bonn und Umgebung betreibt: „Es gibt auch häufig Nachfolgeprobleme. Das ist im Gesamthandwerk ein Problem.“ Dies treffe die Bäckerei-Branche besonders. Aufbau und Betrieb seien kostenintensiv.

Nicht das erste Insolvenzverfahren für Lubig

Dass das Bäckerei-Sterben zu weniger Angebot führen würde, sieht Rott indes nicht. „Der Erfolg einer Bäckerei hängt nicht von der Größe ab“, sagt er. „Einige sind in ihren Orten sehr bekannt. Man muss nicht unbedingt 130 Filialen haben. Es gibt durchaus sehr erfolgreiche Modelle.“ Grundsätzlich gebe es zwar ein Bäckerei-Sterben, aber nicht weniger Verkaufsstellen. Manche Unternehmen expandierten sogar. „Die Verkaufsstellen und die Mitarbeiterzahlen sind nicht weniger als früher, aber es gibt weniger backende Betriebe“, erläutert Rott.

Für die Bäckereikette Lubig ist es nicht das erste Insolvenzverfahren. Vor gut fünf Jahren hatten die Verantwortlichen beim Bonner Amtsgericht einen entsprechenden Antrag gestellt. Daraufhin fanden sich Investoren, die mindestens 20 Filialen weiterführen und etwa 100 Beschäftigte übernehmen wollten. Dabei handelte es sich um Sondermann-Brot aus dem Sauerland und Lafayette Industriebeteiligungen S.à.r.l. mit Sitz in Berlin. „Mit Sondermann haben wir einen Investor, der sich in der Branche gut auskennt und Lubig somit gute Chancen bietet, sich wieder erfolgreich am Markt aufzustellen“, zitierte der GA damals Kristof Biehl, den Verfahrensbevollmächtigten der Lubig GmbH. Auch Hermann Sondermann, Gründer der Gruppe, zeigte sich damals optimistisch. „Mit der Großbäckerei Sondermann-Brot können wir Synergien nutzen und Lubig mit seiner bekannten Qualität am Markt in Bonn wieder etablieren.“

Die Synergie-Effekte scheinen in den vergangenen Jahren nicht gefruchtet zu haben. Der Eigentümer der Lubig GmbH, die Sondermann-Brot GmbH, reagierte bis Redaktionsschluss nicht auf eine GA-Anfrage. Auch vom Insolvenzverwalter Andreas Pantlen aus Düsseldorf war keine Stellungnahme zu bekommen.