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Endenicher Harmonie: Lydie Auvray - Göttin des weißen Akkordeons

Endenicher Harmonie : Lydie Auvray - Göttin des weißen Akkordeons

In "Trio zu zweit" hätte man Lydie Auvrays Auftritt in der Endenicher Harmonie umfirmieren müssen, denn der dritte im Bunde, der Pianist Eckes Malz, fiel leider krankheitsbedingt kurzfristig aus. Kein Grund für die französische Akkordeonistin abzusagen, sie reagierte schnell und disponierte ihr Programm kurzfristig um und zauberte mit ihrem Gitarristen und Bassisten Markus Tiedemann gleichwohl französisches Flair in den nahezu ausverkauften Saal.

Einige Lieder der aktuellen CD "3 Couleurs" (übrigens die zwanzigste ihrer 30-jährigen Karriere) konnte die Wahlkölnerin allerdings in Duobesetzung nicht präsentieren, sie wartete aber dennoch mit einem neuen und sehr frischen Repertoire auf. Bemerkenswert wie Lydie Auvray aus ihrem weißen Akkordeon französische Musette, argentinischen Tango wie auch weitere, ganz unterschiedliche südländische Klänge herausholt.

Musikrichtungen wie Chanson, Folk, Cajun, Rock, Blues und Pop verschmelzen bei ihr zu einer herrlichen Klangharmonie, die zwischen ausgelassen-fröhlichen und sehnsüchtig-melancholischen wunderbar changiert. So führt die Künstlerin mit ihren Songs zum Beispiel in ihre Heimat Bretagne, lässt dabei stimmungsvoll den Ozean ("Das Meer") durch ihr Knopfakkordeon rauschen, beklagt bitterlich die japanische Fukoshima-Katastrophe ("Complaint") oder speist in Nordafrika leckeren "Couscous".

Eine stimmungsvolle Gefühlsreise durch Länder und (persönliche) Erlebnisse, die Lydie Auvray nicht nur durch ihr ausdrucksstarkes wie virtuoses Akkordeonspiel zu einem Erlebnis macht, sondern auch durch ihre lebendige Moderation.